Stuttgart Thomas Marwein: Im Auftrag der Regierung gegen Lärm im Land

Ob Straßenverkehr oder Laubbläser: Thomas Marwein soll Lärm bekämpfen.
Ob Straßenverkehr oder Laubbläser: Thomas Marwein soll Lärm bekämpfen. © Foto: Pressefoto
Stuttgart / ANDREAS BÖHME 20.09.2016
Thomas Marwein von den Grünen wird neuer Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung. Der Bauingenieur aus Offenburg soll heute vom Kabinett bestätigt werden.

„Ich habe die Kümmerer-Funktion“, sagt der Grünen-Abgeordnete Thomas Marwein über seinen neuen Job. Ganz unerwartet kommt die Berufung zum Lärmschutzbeauftragten nicht. In der vergangenen Legislaturperiode hat der 58-Jährige  schon als lärmpolitischer Sprecher eng mit dem Verkehrsministerium und der damaligen Beauftragten Gisela Splett zusammengearbeitet.  Marwein ist für alle Arten Lärm vom Laubbläser bis zur Eisenbahntrasse zuständig, ihm arbeitet die Geschäftsstelle Lärmschutz im Verkehrsministerium zu.

Zwei Schwerpunkte nennt Marwein für seine Arbeit: Zum einen arbeitet er noch  an einem Fünf-Jahres-Plan zum Thema Lärm und Gesundheit. Zum andern gibt es einen Vorstoß zu Straßenbelägen. Derzeit ist nur ein Produkt  zugelassen, das jedoch vergleichsweise teuer ist. Es mindert Verkehrslärm und  Abrollgeräusche  um wenigstens vier Dezibel. Fahrbahnen aus diesem Material sind aber von vergleichsweise kurzer Haltbarkeit. Die großen schallschluckenden Poren an der Oberfläche füllen sich rasch mit Staub, Schmutz und Abrieb. Zwar hat die Industrie im Land eine länger haltbare und zugleich billigere Mischung entwickelt, die seit 2007 verwendet wird. Diese Splittmastix  und der ebenfalls  lärmarme  Asphaltbeton  dürfen aber nur bei Sanierungen verwendet werden, bei Straßenneubauten erlaubt der Bund allein offenporigen Asphalt (OPA).

Seit  2012 versucht das Stuttgarter Verkehrsministerium diese Regeln zu ändern, werde aber regelmäßig vom Bund vertröstet, so ein Sprecher der Grünen. Marwein will nun belegen, dass der Einsatz alternativer Techniken im Land funktioniert und die neuen Mischungen kaum teurer sind als herkömmlicher, nicht lärmarmer Belag. „Wir wollen innovativ sein“ sagt Marwein, aber der Bund blockiere die Entwicklung.