Notlage Tauziehen um US-Einreisesperre: Baden-Württemberg nimmt Forscher auf

Stuttgart / lsw 09.02.2017

Baden-Württemberg nimmt wegen des US-Einreiseverbots verfolgte Wissenschaftler auf. Es handelt sich um drei Forscher aus dem Iran und Syrien. Das Land werde die Wissenschaftler, die auf der Flucht und in einer Notlage seien, an den Universitäten Heidelberg, Stuttgart und Tübingen aufnehmen, sagte das Wissenschaftsministerium in Stuttgart.

Die Forscher hatten dem Ministerium zufolge konkrete Aufnahmezusagen an US-Universitäten – konnten dann aber wegen des Dekrets von US-Präsident Donald Trump nicht einreisen. Teils seien Forscher an Flughäfen etwa in der Türkei gestrandet. Derzeit gibt es in den USA ein juristisches Ringen um das Einreiseverbot.

„Wir lassen Forscher, die aufgrund ihrer Tätigkeit verfolgt werden, nicht im Stich und wir geben ihnen die Möglichkeit, ihre Arbeit frei und ohne Angst bei uns fortzusetzen“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Sie wolle ein Zeichen setzen, dass die freie Wissenschaft ein wichtiges Gut sei.

Bei den Wissenschaftlern handelt es sich um einen iranischen Politologen, der nun an die Universität Heidelberg kommt. Ein syrischer Elektroingenieur soll an der Uni Stuttgart arbeiten, ein weiterer iranischer Wirtschaftswissenschaftler in Tübingen. Die Stellen werden aus dem Baden-Württemberg-Fonds für verfolgte Wissenschaftler finanziert.