Wechsel Tappeser tritt Amt als Regierungspräsidium an

Hat lange auf seine Amtseinsetzung gewartet: Klaus Tappeser.
Hat lange auf seine Amtseinsetzung gewartet: Klaus Tappeser. © Foto: Foto: dpa
Tübingen / Madeleine Wegner 12.10.2016

„Mit großem Ernst und großer Freude“, sagt Klaus Tappeser (CDU), trete er heute seinen Dienst als neuer Tübinger Regierungspräsident  an. Gestern Mittag hat Tappeser von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart die Ernennungsurkunde erhalten. Auf diesen Tag hat der 59-Jährige einige Monate warten müssen. Die neue grün-schwarze Landesregierung hatte im Frühjahr den Regierungspräsidenten Jörg Schmidt (SPD) abberufen. Schmidt hatte dagegen – am Ende allerdings erfolglos – Widerspruch eingelegt. Dies hatte aufschiebende Wirkung gehabt.

Die Zeit des Wartens habe er nicht als belastend empfunden, sagt Tappeser. Auch habe er Verständnis für Schmidts Reaktion: „Der funktionierende Rechtsstaat ist ein hohes Gut. Ich akzeptiere, dass er das ausschöpft.“ Die Abberufung Schmidts hatte für einigen Unmut gesorgt. 700 der 1900 Beschäftigten im Präsidium hatten sich damals für Schmidt ausgesprochen. „Da habe ich überhaupt keine Probleme mit“, sagt Tappeser. Die Mitarbeiter hätten damals für den Verbleib des Amtsinhabers gestimmt, nicht gegen ihn selber als Person. „Damals war ich noch gar nicht im Gespräch als Nachfolger“, sagt der neue Regierungspräsident.

In seinem neuen Amt will Tappeser sich vor allem um den ländlichen Raum kümmern, beispielsweise Infrastruktur und Gesundheitsversorgung verbessern. Er setzt zuversichtlich auf gute Zusammenarbeit. Schließlich kenne er bereits alle Akteure persönlich und sei ein „Kind der Region“.

Bis 2008 war Tappeser OB von Rottenburg (Kreis Tübingen). Anschließend wurde er als Ministerialdirektor in das Wissenschaftsministerium berufen. Das Amt verlor er 2011 mit dem Regierungswechsel. Der Plan, Kaufmännischer Direktor des Uniklinikums Freiburg zu werden, scheiterte.

Tappeser gründete eine Beratungsfirma für Politik und Wirtschaft. Er verlor sowohl die Stichwahl zum OB-Kandidaten der CSU in Lindau als auch knapp die Nominierung als südwürttembergischer Europakandidat der CDU. Bei der jüngsten Landtagswahl unterlag er Daniel Lede Abal (Grüne) als direkt gewählter Tübinger Abgeordneter. Madeleine Wegner

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