Durch die Blume soll man es sagen. Egal, ob „My sweet Valentine“-Gesäusel oder bloße Gemeinheiten: Gehaucht durch zwei Blütenblätter klingt’s netter. Manches „Land am Rand“ ist ein blühendes Beispiel dafür: Was am Ende der Zeilen herauskommen soll, ist vielleicht gar nicht so nett. Aber, an einem Blumen-Tag wie heute, wer nimmt einem da was krumm?

Es geht um Politik, um Fahrverbote, um harsche Kritik. Die brachte kürzlich Bernd Gögel vor, Fraktionschef der Landtags-AfD. Er hat Grün-Schwarz „politische Roßtäuscherei“ vorgeworfen. Und das bedarf zumindest für jüngere Semester einer kleinen, etymologischen Erläuterung.

Mit „Roß“ hat Gögel nicht das im Duden gelistetet Synonym für „Wabe“ gemeint. Und nicht (Sorry, liebe Blumenfreunde!) das wohlriechende Gewächs, das just heute verstärkt die Runde macht. Er meinte das „Ross“, das bis zur Rechtschreibreform mit Eszett daherritt. Bei so einem alten Wort ein verzeihlicher Lapsus. Aber was meint das Wort denn nun?

Der „Rosstäuscher“ war der Gebrauchtwagenhändler der Vorzeit: Es hat Rösser getauscht, sprich Pferde gehandelt, und war zunächst mal kein Täuscher. Allerdings haben sie zur besseren Vermarktung ihre Vierbeiner gerne mal aufgemotzt – mit dem berühmten „Pfeffer im Arsch“. Was Pa­rallelen zu manch Gebrauchtwagenhändler aufweist.

Das altertümliche Wort in der Diesel-Debatte zu platzieren, ist insofern irgendwie pfiffig. Und, bitte, ist das kein Kompliment? Was sagt man dazu ganz artig, Herr Gögel? Genau: „Danke für die Blumen!“