SZENE STUTTGART

Der grüne Bundestagskandidat Memet Kilic aus Pforzheim warnt vor dem CDU-"Sixpack". Foto: dpa
Der grüne Bundestagskandidat Memet Kilic aus Pforzheim warnt vor dem CDU-"Sixpack". Foto: dpa
WIE/HGF/ROL 20.09.2013

Zum Abschied Jazz

"Stillstand der Rechtspflege" konstatierte mit einem Augenzwinkern ein hoher Richter am Montagnachmittag im Weißen Saal des Neuen Schlosses. In der Tat traf sich alles, was in der Landes-Justiz, der württembergischen zumal, Rang und Namen hat, samt dem Generalbundesanwalt und Kollegen aus den Ländern: Es galt den langjährigen Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger zu verabschieden und seinen Nachfolger Achim Brauneisen zu begrüßen. Dass Juristen gern auch mal das Gesetzbuch beiseite legen und dafür in die Trompete blasen, demonstrierte mit Standards vom Feinsten die Jazzband "Tempo Justo".

Zuviel der Ehre

Als "Ministerpräsident" wurde Alexander Bonde (Grüne) am Breitenauer See bei Heilbronn von einem Weingärtner bei einer traditionellen Herbstrundfahrt begrüßt. Es dürfte sich dabei nicht um plumpe Unwissenheit gehandelt haben, sondern um eine besondere Form von Dankbarkeit. Der Minister für den ländlichen Raum pflegt nämlich zum Weinbauverband mit einem gewichtigen CDU-Mann an der Spitze ein auffallend intensives Verhältnis. Selbst zu Verhandlungen mit der EU-Kommission nahm Bonde die Winzerfunktionäre aus dem Südwesten als einziger deutscher Ressortchef mit nach Brüssel. "Darum werden wir in allen anderen Ländern beneidet", sagte Württembergs Wengerter-Präsident Hermann Hohl schmunzelnd.

Sixpack? Sixpack!

Zum modernen Wahlkampf gehört für viele Politiker das Versenden von Kurznachrichten auf der Internetplattform "Twitter". Der Pforzheimer Grünen-Bundestagsabgeordnete Memet Kilic, der ob seiner Platzierung auf Rang 18 der Landesliste der Südwest-Grünen um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen muss, etwa twittert eifrig. Gestern schrieb er unter anderem: "Wer Merkel wählt, wählt auch Christina Schröder, Peter Altmeier, Ilse Eigner, Friedrich, sogar Niebel mit. Wollt ihr dieses Sixpack:-)" Mit dem als Wahlstimulanz für seine grüne Klientel gedachtem Verweis auf das schwarz-gelbe Sextett rief er prompt einen der Genannten (und nicht ganz korrekt Geschriebenen) auf den Plan. "Mein Sixpack", twitterte Bundesumweltminister Peter Altmaier, der bekanntlich einen ganz ansehnlichen Bauch vorzuweisen hat, schon eine Stunde später zurück, "ist gar nicht so schlecht...:-)" Was erstens beweist, dass der CDU-Politiker selbst in angespannten Wahlkampfzeiten Humor hat - und zweitens ausreichend Zeit für virtuelles Gezwitscher.

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