Mainz SWR bestätigt Intendant Boudgoust und forciert Online-Kurs

Peter Boudgoust wurde gestern als SWR-Intendant bis zum Jahr 2022 bestätigt. 
Peter Boudgoust wurde gestern als SWR-Intendant bis zum Jahr 2022 bestätigt.  © Foto: Peter Boudgoust wurde als SWR-Intendant bis zum Jahr 2022 bestätigt.  dpa
Mainz / LSW 09.07.2016
Peter Boudgoust kann den Umbau des SWR weiterführen. Er wurde bis 2022 im Amt bestätigt. Der Sender will den Online-Auftritt vorantreiben.

Der SWR setzt auf personelle Kontinuität, die Überwindung alter Strukturen und den Ausbau der Angebote im Internet. Die Mitglieder von Rundfunk- und Verwaltungsrat des zweitgrößten Senders im ARD-Verbund bestätigten gestern Intendant Peter Boudgoust für eine dritte Amtszeit bis 2022. Bei der Wahl in Mainz erhielt er 63 von 74 Stimmen. Sieben Mitglieder der beiden Gremien mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stimmten gegen den 61-Jährigen, vier enthielten sich. Boudgoust war der einzige Kandidat. „Der SWR befindet sich mitten im wichtigsten Veränderungsprozess seiner Geschichte“, sagte der alte und neue Intendant vor der Abstimmung. Die Organisationsstruktur werde konsequent in Richtung eines multimedialen Leitmediums für den Südwesten umgebaut. So soll es die bisherige Aufteilung in eine Hörfunk- und eine Fernsehdirektion von 2018  an nicht mehr geben. Geplant sind thematische Zuschnitte. „Statt einzelner Gebäude für einzelne Medien entsteht also ein komplett vernetzter Komplex.“

Das ist auch wörtlich gemeint. In Baden-Baden entsteht ein neues Medienzentrum. Für multimediale Zusammenarbeit und kürzere Wege sollen auch in Mainz und Stuttgart Räume umgestaltet werden. „Ich möchte, dass der SWR sein Profil weiter schärft und noch stärker in die digitale Zukunft geht“, sagte der Intendant.

Etwas einfacher wird das durch eine verbesserte finanzielle Lage. Das Minus von 74 Millionen Euro im Jahr 2014 konnte um zwei Drittel abgebaut werden: Der Fehlbetrag verringerte sich im vergangenen Jahr auf 24,3 Millionen. Der 2010 eingeschlagene Sparkurs schaffe Spielräume, um den Sender neu auszurichten, erklärte SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner.

Dazu gehört ab November ein einheitlicher Auftritt der Nachrichten für Fernsehen, Hörfunk und Internet-Plattformen unter der Marke „SWR aktuell“, auch auf mobilen Geräten. Bereits im Oktober startet das „junge Angebot“, gemeinsam mit dem ZDF. Das Gesamtangebot richtet sich nach den Worten Boudgousts an eine breite junge Zielgruppe, einzelne Formate aber zum Beispiel auch nur an Mädchen von 14 bis 17.

Zur Online-Strategie sagte die Landessenderdirektorin für Rheinland-Pfalz, Simone Schelberg, der SWR müsse sich auf neue Nutzungsgewohnheiten einstellen. Angesichts der Resonanz auf Netflix für Filme und Spotify für Musik werde Streaming zum wichtigen Thema. Die lineare Verbreitung von Inhalten in Hörfunk und TV bleibe wichtig, aber im Netz müssten neue Ausspielformen erschlossen werden.

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