Nach einer Massenschlägerei und dem ungeklärten Tod eines 17-Jährigen kommt die Justizvollzugsanstalt Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) nicht zur Ruhe: Ein 19 jähriger Häftling hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Vize-Gefängnisdirektorin Maida Dietlein bestätigte gestern einen Bericht von SWR und "Rhein-Neckar-Zeitung".

Der junge Mann war erst drei Wochen in dem Jugendgefängnis in Untersuchungshaft gewesen, als er am Donnerstag in der Mittagspause versuchte, sich mit Schnürsenkeln zu erhängen. Weil seine Anwältin ihn besuchen wollte, sei er gerade noch rechtzeitig gefunden worden. Er musste wiederbelebt werden und kam in eine Klinik. Den Haft-Grund wollte die JVA-Leitung nicht mitteilen, es sei ein mittelschweres Delikt gewesen, "kein Mord oder Totschlag". "Jeder Suizid oder Suizidversuch ist einer zuviel", sagte eine Sprecherin des Justizministeriums. Ihren Angaben zufolge hat es in den Gefängnissen im Land in diesem Jahr bisher fünf Suizide (gesamtes Vorjahr: sieben) und 19 Suizidversuche (2013: 29) gegeben.

Adelsheim sorgt seit Wochen für Schlagzeilen: Im August waren im größten Jugendgefängnis im Land bei einem Hofgang 50 Häftlinge aufeinander los gegangen. Mitte September war ein 17-Jähriger gestorben. Die Ergebnisse der Rechtsmedizin Heidelberg zur Todesursache liegen nocht nicht vor.