Parteien Südwest-CDU fordert von Merkel konservativeren Kurs ein

Stuttgart / Roland Muschel 13.10.2017
In einer Standortbestimmung ruft der Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, Manuel Hagel, seine Bundespartei dazu auf, sich um die verloren gegangenen Wähler zu kümmern.

Der Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, Manuel Hagel, fordert von seiner Bundespartei als Konsequenz aus den hohen Verlusten der Union bei der Bundestagswahl eine deutliche konservativere Grundausrichtung. „Wir müssen uns wieder als eine Partei begreifen, die in der Mitte, aber eben nicht links von der Mitte steht“, heißt es in Positionspapier mit der Überschrift „Wach auf, CDU!“, das Hagel am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel zugeleitet hat.

Ohne die AfD direkt zu nennen, ruft Hagel seine Partei dazu auf, sich verstärkt um deren Wähler zu kümmern: „Wir müssen uns inhaltlich wie auch personell so breit aufstellen, dass niemand, der dem demokratischen Spektrum zuzurechnen ist, sich mit Radikalen und Extremisten abgeben muss, weil er die ihn bewegenden Themen in keiner anderen Partei repräsentiert sieht.“ Zugleich fordert der Schwabe, die Mitglieder stärker einzubinden: „Kommunikation darf nie zum einseitigen Prozess erstarren – und Parteitagsbeschlüsse sind zu akzeptieren.“ Der zweite Halbsatz zielt auf Merkels Weigerung, den Parteitagsbeschluss zur Abschaffung des Doppelpasses umzusetzen.

 Seine Überlegungen versteht der 29-Jährige als Anstoß, um die Stabilität des politischen Systems als auch den Fortbestand der Union als Volkspartei zu garantieren. „40  Prozent plus X ist und bleibt der Anspruch als CDU Baden-Württemberg“, sagte Hagel.