Nach einer anonymen Mail-Attacke gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hess will der baden-württembergische AfD-Landesvorstand Konsequenzen ziehen. Man werde über eine Kanzlei Strafanzeige wegen Datenmissbrauchs stellen lassen, sagte Sprecher Bernd Gögel am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Mitgliederdaten seien widerrechtlich benutzt worden.

Vorstandsmitglied Thilo Rieger sagte, hinter dem Rücken des Landesvorstands habe jemand kurz vor dem Parteitag in Heidenheim im Februar eine Mail an mehr als 4000 Parteimitglieder versandt, die sich gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hess richtete. Hess hatte auf dem Parteitag erfolglos für den Landesvorsitz kandidiert - und sieht sich nun als Opfer einer Intrige. In der Mail wird spekuliert, ob Hess für den Verfassungsschutz arbeitet.

Hess gehört einer Arbeitsgruppe an, die der AfD-Bundesvorstand im vergangenen September eingesetzt hatte, die sich mit dem Thema einer möglichen Beobachtung durch den Verfassungsschutz befassen soll.

„Das hat uns aufgescheucht“, sagte Rieger zu der Mailaktion. Der Vorstand habe eindeutige Erkenntnisse, von wem die Mail kam. In der Politik gehöre es zum Tagesgeschäft, dass mit Dreck geworfen werde. „Hier steht im Raum, dass jemand die Mail verschickt hat mit zu Unrecht erhaltenen Mailadressen.“ Man werde alles unternehmen, um zusätzliche Sicherheitshürden zu schaffen, „damit man uns nicht wieder beklauen kann“. Gögel sagte, das Ergebnis des Parteitags müsse deshalb aber nicht angefochten werden.

Der AfD-Landesverband Baden-Württemberg hatte am 23. Februar auf dem Parteitag in Heidenheim den Bundestagsabgeordneten Dirk Spaniel und Landtagsfraktionschef Bernd Gögel zu seinen neuen Vorsitzenden gewählt. Spaniel setzte sich dabei gegen Hess durch.