STUTTGARTER SZENE vom 19. Juli 2013

Ministerin Bauer: Letzte Worte am Pult des Plenums. Foto: dpa
Ministerin Bauer: Letzte Worte am Pult des Plenums. Foto: dpa
ABÖ/HGF/ROL 19.07.2013

Wetten dass . . .

Wetten dass, sagte der FDP-Abgeordnete Jochen Haußmann im März zum grünen Verkehrsminister Winfried Hermann, "wetten, dass die Landesregierung ihr Ziel bei der Busförderung verfehlt?" Sprachs und setzte im Plenum eine "gute Flasche Trollinger aus dem Remstal" darauf aus. Und weil er Schwabe ist, fügte er an: "Eine gescheite Flasche Trollinger ist gar nicht so billig!" Doch Hermann erhöhte: Kein Trollinger sollte es sein, sondern eine Kiste "Traumzeit" aus dem staatlichen Weingut Weinsberg. "Gar nicht so billig", warnte SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel noch in einem Zwischenruf. Hermann hätte hören sollen - denn er verlor die Wette gegen den Liberalen. Jetzt übersandte er "eine kleine Mischung guter Ökotropfen", darunter Spätburgunder vom Weingut des grünen Fraktionskollegen Reinhold Pix in Ihringen. Eine Flasche "Traumzeit" (die Flasche für 25 Euro) war nicht dabei - geschweige denn eine ganze Kiste.

Heißhunger auf Chips

Alexander Throm, CDU-Abgeordneter aus Heilbronn, wundert sich über die Wahrnehmung seiner Arbeit im Landtag. Da kann er noch so viel rackern und schaffen, alles wird für selbstverständlich gehalten und bleibt deswegen ohne nennenswerte Reaktion. Als aber jetzt die Lokalzeitung das Geheimnis seines anfallartig auftretenden Heißhungers hinausposaunte, wurde Throm äußert oft auf seine Schwäche für Kartoffelchips angesprochen. Bisweilen ist das Verlangen nach dem kalorienreichen Knabberzeug (100 g = 530 kcal) derart stark, dass Throm mal eben in der Tankstelle Nachschub holen muss. Zuhause duldet seine Frau Elvira derlei nicht.

Letzte und erste Worte

Der letzte Plenartag vor der Sommerpause war zugleich der - vorerst - letzte Tag für die Abgeordneten im Gebäude des Landtags von Baden-Württemberg. Das wird nun zwei Jahre lang renoviert. Die letzten Worte am Pult des Plenums blieben Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) vorbehalten. Die Begrüßung im Königin-Olga-Bau, dem provisorischen Landtagsbüro, das die Abgeordneten am Abend bei einem Umtrunk anlässlich des Beginns der Sommerpause in Augenschein nahmen, übernahm dann wieder Landtagspräsident Guido Wolf (CDU). Auch die Sprecher der Ministerien stimmten sich auf die mutmaßlich ruhigere Zeit der Parlamentsferien ein - bei einem Grillfest in der provisorischen Regierungszentrale. Wie der Landtag wird nämlich auch die Villa Reitzenstein renoviert.