Abstand von Demos

Mit wachsender Nähe zu den Kommunalwahlen im Mai machen sich Teile des organisierten Widerstands gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 offenbar Sorgen um ihre Resonanz bei den Wählern. Eine deutliche Mehrheit im Aktionsbündnis, dem etwa auch die Grünen angehören, will sich nicht mehr an Organisation und Finanzierung der montäglichen Demos beteiligen. Die nämlich verdrießen viele Stuttgarter, weil trotz gerichtlicher Anordnung, den Ort zu wechseln, immer auch noch vor dem Hauptbahnhof demonstriert wird - mit überaus ärgerlichen Konsequenzen für Bus- und Autofahrer: Im größeren Umkreis steht man Montag für Montag abends lange im Stau. Nächste Woche will das Aktionsbündnis einen förmlichen Beschluss zur Montags-Demo fassen; anlassbezogene Demonstrationen behält man sich weiter vor. Die Aktivisten von den "Parkschützern", deren Aufruf noch immer Hunderte folgen, geben sich unbeeindruckt: "Die Demos finanzieren sich durch Spenden selbst", lässt sich Sprecher Matthias von Hermann zitieren.

Sonntag im Porsche

Ausgerechnet der Hauskabarettist der Grünen, Christoph Sonntag, ist auf seiner Tournee mit zwei Porsche-Autos unterwegs. Die gelten zwar beim Werterhalt als besonders nachhaltig, weniger hingegen beim Spritverbrauch. Man führe zwei Partner zusammen, die ihre Wurzeln in Stuttgart haben, erklärte nicht etwa die Presseabteilung, sondern gleich der Leiter des Bereichs Politik und Gesellschaft des Unternehmens, Christian Dau. Sonntag und seine Entourage nutzen nun zwei geliehene Hybrid-Autos, die zumindest rechnerisch niedrigere Spritverbräuche ausweisen. Während Porsche behauptet, Sonntag stecke, ganz wie Sportwagen, voller Ungewöhnlichkeiten auf hohem Niveau, bedient sich der Kabarettist ungeniert am wertigen Markenimage: Mit dem Prädikat, der Porsche unter den Kabarettisten zu sein, könne er gut leben.

Hochzeit im Schloss

Von wegen keine Nachfrage nach der Heirat im Neuen Schloss: In Winfried Kretschmanns Staatsministerium, das an der Vision vom Bürgerschloss arbeitet, wird zwar bestätigt: Für die erst im Dezember kundgetane Möglichkeit, das Ja-Wort in Stuttgarts guter Stube zu wechseln (erstmals am 14. Februar, dem Valentinstag) gebe es bisher nur eine Zusage. Aber eben auch ein Dutzend Anfragen. Weitere Termine sind schon für Mai und Juli gebucht. Und das, obschon Schlossherr Kretschmann die Paare (noch?) nicht selber traut!