Stuttgart Stuttgarter Szene vom 11. Juli 2014

Geburtstagsgruß vom Panikrocker: Udo Lindenberg bezeichnete sozusagen ein Lösch-Papier.
Geburtstagsgruß vom Panikrocker: Udo Lindenberg bezeichnete sozusagen ein Lösch-Papier. © Foto: Privat
ABÖ/ROL 11.07.2014
Die Landtags-Vizepräsidentin Brigitte Lösch (Grüne) hat zu ihrem 52. Geburtstag ein außergewöhnliches Geschenk erhalten - per Einschreiben aus Hamburg.

Ein Ahoi für Lösch

Ein außergewöhnliches Geschenk hat die grüne Landtags-Vizepräsidentin zu ihrem 52. Geburtstag per Einschreiben aus Hamburg erhalten. Als Absender firmierte der Rockmusiker Udo Lindenberg ("Stark wie zwei") - für dessen "coole Musik und tollen deutschen Texte" die in Geislingen an der Steige geborene Brigitte Lösch schon seit den 1980er Jahren schwärmt. Zum 50. Geburtstag hatte die Fraktion der Stuttgarter Abgeordneten ein Buch über Lindenberg geschenkt. Daran hatte sich nun Christa Krämer, Assistentin der Fraktionsgeschäfsführung, erinnert - und den Hamburger per Fax um einen persönlichen Geburtstagsgruß für Lösch gebeten. Tatsächlich schickte Lindenberg, der nebenher auch noch recht erfolgreich zeichnet und dessen "panische Malerei" in Galerien zu nicht ganz billigen Preisen verkauft wird, mehr als erhofft: eine eigenhändige Zeichnung, auf der er sich mit typischer Sonnenbrille und obligatorischem Hut karikiert, ein Sektglas in der Hand. Darüber hat Lindenberg dem Geburtstagskind eine Widmung geschrieben: "Ahoi Brigitte Lösch"; "Happy Go Lucky". Was auf englisch so viel heißt wie "unbeschwert".

Bahn frei für Minessen

Der Politiker im Allgemeinen und der Sozialdemokrat im Besonderen hat es ja mit der sprachlichen Gleichstellung: "Liebe Parteifreunde und Parteifreundinnen", sagt er gern - oder wenigstens ausreichend geschlechtsneutral: "Liebe Studierende". Das ist sprachlich in etwa genauso grausam wie eingeschliffen. Deshalb kam Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) auch prompt kurz vom verbalen Gleis ab, als er die Mineure ansprach beim gestrigen Anstich des Fildertunnels. "Liebe Mineure . . .", hub er an, stockte einen Moment und setzte fort: ". . . Mineusen gibt es im Moment ja noch nicht". Da lachte sein Publikum. Nur Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) geriet kurz ins Grübeln. Der Mann ist schließlich Sprachwissenschaftler, und klärte wenig später in seiner Ansprache pflichtbewusst auf: "Es könnte auch Minessen heißen." Dies sei hier für die Nachwelt festgehalten, nur für den Fall, dass sich die Arbeitswelt der Bergleute bald grundlegend wandeln sollte.