Themen in diesem Artikel

VW
Stuttgart / Roland Muschel  Uhr

Die Klage des Landes gegen VW ist ein Paukenschlag. Hierzulande hat der Staat die Autoindustrie im Zuge des Dieselskandals bislang mit Samthandschuhen angefasst. Dass nun ausgerechnet die Regierung des Autolandes Baden-Württemberg, der Heimat von Daimler, Bosch und Co., gegen Deutschlands mächtigsten Autokonzern vor Gericht zieht, bringt die Branche noch mehr in die Bredouille.

Nicht, dass sich dadurch etwas an den Chancen zehntausender privater Dieselbesitzer ändert, die ebenfalls gegen VW vor Gericht ziehen. Und finanziell muss der Konzern vor allem Klagen institutioneller Anleger fürchten. Aber die Politik in Stuttgart bezeugt mit ihrem Schritt unmissverständlich, wen sie im Sinne der Steuerzahler in der Bringschuld sieht. Alle privaten Kläger dürfen sich damit zunächst bestätigt fühlen. Zu verlieren haben sie dank Muster- und Sammelklagen ohnehin nichts.

Im Streit um manipulierte Motorsteuerungssoftware rechnet sich grün-schwarze Landesregierung vor Gericht gute Chancen aus.

Für den Diesel wird die Luft nun noch dünner, als sie durch die Fahrverbotsurteile ohnehin schon ist. Das wird der Technologie in ihrer besseren Ausführung nicht gerecht. Für den entstandenen Flurschaden ist die Autoindustrie aber selbst verantwortlich.