Laxenburg/Stuttgart Stuttgart könnte Feinstaub-Hochburg bleiben

ZIE/LSW 21.02.2015
In 15 Jahren soll Stuttgart zu den Städten mit der höchsten Feinstaubbelastung in Europa zählen, so eine Studie. Die Forscher fordert mehr Schutz ein.

In einer Liga mit Paris und Mailand - in diesem Fall keine Ehre für Stuttgart. Das Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) mit Sitz im österreichischen Laxenburg stellte nun ein Modell vor, mit dem sich die Luftverschmutzung für 2030 berechnen lassen soll. Nur an einem Ort in Deutschland sollen dann über 35 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen werden: in Stuttgart.

Die Landeshauptstadt ist in einer Europa-Karte rot markiert - orangene Punkte für 25 bis 35 Mikrogramm gibt es für München, Bremen und Berlin. Die WHO empfiehlt bei Feinstaub kleiner als 10 Mikrometer einen Grenzwert von 20 Mikrogramm im Jahresmittel.

Das Szenario rechnet die Effekte der aktuellen EU-Gesetzeslage ein. Das IIASA fordert daher, den gesetzlichen Schutz vor Feinstaub zu verbessern. Allerdings verweist die Studie darauf, dass örtliche Gegebenheiten - etwa Straßenverkehr und Heizgewohnheiten, unterschiedliche Herausforderungen stellen.

Die Studie basiert auf Messwerten bis 2009. Seither wurde in Stuttgart gerade für den Bereich um die Messstelle am Neckartor viel gestritten. Schließlich wurde dort 2014 der bisherige Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter an 63 Tagen überschritten. Gründe dafür sind das hohe Verkehrsaufkommen, die Belastungen durch Heizungen und die Kessellage.

Um gegenzusteuern, schlägt OB Fritz Kuhn (Grüne) vor, dass auf mehr Straßen mit Steigung maximal 40 Stundenkilometer schnell gefahren werden soll. Ein Zuschuss für Taxis, die Elektro-Autos anschaffen, ist auch im Gespräch.