In Stuttgart ist eine Zulage für städtische Mitarbeiter im Gespräch, um hohe Lebenshaltungskosten abzufedern. Der Fraktionschef der SPD im Stadtrat, Martin Körner, sagte am Montag, für untere Lohn- und Einkommensgruppen könnten damit höhere Kosten fürs Wohnen in der Stadt oder fürs Pendeln ausgeglichen werden. „Wir stellen uns eine Zulage von bis zu 200 Euro im Monat vor.“ Diese müsse gestaffelt nach der Höhe des Gehalts gezahlt werden. Nach Körners Worten entstünden der Stadt damit - je nach Ausgestaltung - Kosten zwischen 8 Millionen und 30 Millionen Euro im Jahr.

Ob und wie das umgesetzt wird, ist aber noch völlig unklar. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) habe in der vergangenen Woche ein erstes, konstruktives Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi geführt, sagte ein Stadtsprecher. Die stellvertretende Verdi-Landeschefin Hanna Binder sagte: „Wir sind grundsätzlich bereit, uns mit einzelnen Kommunen oder auch dem Kommunalen Arbeitgeberverband Baden-Württemberg auseinanderzusetzen und verbindliche Zulagen zu tarifieren.“ Dazu sei allerdings bisher keinerlei Bereitschaft auf Arbeitgeberseite erkennbar gewesen.

In Stuttgart gibt es schon eine Zulage für Erzieher. Sie beträgt 100 Euro im Monat. Verdi weist aber darauf hin, dass sie nur befristet beschlossen worden sei und immer wieder auf der Kippe stehe. „So wird man keine Fachkräfte ins teure Stuttgart locken können“, kritisierte Binder. „Beschäftigte, die für eine Stadt oder Gemeinde im Land arbeiten, müssen für ihre Lebensplanung absolut verlässlich wissen, wie viel sie am Ende eines Monats überwiesen bekommen.“

Kritiker geben zu bedenken, dass eine Ballungsraumzulage den Wettbewerb um begehrte Fachkräfte noch verschärften könnte. Städte im Umland, die keine Zulage zahlen, könnten da das Nachsehen haben. Zahlen sie hingegen ebenfalls Zulagen, könnte der Effekt für Stuttgart verpuffen. Über das Thema berichteten am Montag auch „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“.