Ulm/Freiburg Sturmwarnungen für den Südwesten: Probleme auf Schienen und Straßen

Ulm/Freiburg / swp, dpa 14.09.2017
Für den Donnerstag warnen die Experten vor Sturm und starkem Regen im Südwesten. Bereits am Donnerstagmorgen legte ein umgestürzter Baum die Rheintalbahn bei Emmendingen lahm.

Für den Donnerstag warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Südwesten vor den Auswirkungen eines Sturmtiefs. Teilweise können laut der Experten Windböen von Orkanstärke vorkommen. Vor allem im Norden und Westen Baden-Württembergs wird es den Donnerstag über zudem fast ununterbrochen regnen. Dadurch kann es zu Hochwassern, Überschwemmungen und Erdrutschen kommen. Für Ulm und die Region um Ulm rechnen die Experten aktuell mit Böen von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Das ist Wind in Sturmstärke. Am Vormittag war die Vorhersage noch etwas besser und die prognostizierten Windgeschwindigkeiten geringer.

Schäden durch Tief „Sebastian“

Bereits in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstagmorgen trafen Stürme den Südwesten. Infolgedessen hat etwa ein umgestürzter Baum die Bahnstrecke bei Emmendingen lahmgelegt. Nach Angaben der Bundespolizei fiel der Baum am Morgen auf die Oberleitung. Die Rheintalstrecke nördlich von Freiburg wurde deshalb in beiden Richtungen für Stunden gesperrt. Erst am Mittag war die Strecke wieder frei. Auch in Waldkirch blockierte ein Baum die Bahnstrecke.

Einem Bahnsprecher zufolge waren „viele hundert Fahrgäste“ betroffen. Züge von Norden mussten in Emmendingen stoppen, von Süden in Denzlingen. Es wurde ein Schienenersatzverkehr mit sechs Bussen eingerichtet.

Bahnreisende, die normalerweise mit dem Intercity etwa eine Stunde von Freiburg nach Karlsruhe brauchen, mussten sich am Donnerstag auf mindestens eineinhalb bis zwei Stunden einstellen - auch wegen der schon bestehenden Sperrung bei Rastatt. Ein Bahnsprecher wies auf den Anspruch auf Erstattung von einem Viertel der Fahrtkosten der Bahnreisenden hin, sofern es mehr als eine Stunde Verspätung gegeben hat.

Auch auf den Straßen Probleme

Doch nicht nur auf der Schiene, auch auf den Straßen gab es Probleme: Starker Wind und nasses Erdreich hatten in der Nacht zum Donnerstag bei Haslach im Ortenaukreis mehrere Bäume entlang der L 108, der K 5360 und der Saarlandstraße einstürzen lassen. Feuerwehr und Polizei entfernten sie. Verletzt wurde niemand.

Auf der A5 bei Bad Schönborn (Kreis Karlsruhe) geriet ein Autofahrer am Mittwochabend wegen Aquaplaning ins Schleudern und prallte gegen einen Klein-Lkw. Die beiden Insassen des Transporters im Alter von 19 und 25 Jahren wurden verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus.

In Mecklenburg-Vorpommern mehrere Verletzte

Der DWD hatte für die Nacht zum Donnerstag und den Donnerstagmorgen insbesondere für die Regionen um Karlsruhe, Freiburg und Rastatt vor Unwettern gewarnt, die teilweise Orkanstärke erreichen können. Neben Baden-Württemberg sind im weiteren Verlauf des Donnerstages voraussichtlich auch Rheinland-Pfalz, das Saarland und das südliche Hessen von dem schlechten Wetter betroffen.

Schon seit Wochenbeginn haben verschiedene Regionen Deutschlands mit schlechtem Wetter zu kämpfen. So richtete das Sturmtief „Sebastian“ vor allem im Norddeutschland Schaden an. In Hamburg trat die Elbe in Hafenähe im Wochenverlauf über die Ufer, der Pendlerverkehr in Schleswig-Holstein insbesondere mit Regionalbahnen war bis hinein in den Donnerstag infolge von Sturmschäden eingeschränkt. In Mecklenburg-Vorpommern kam es in der Nacht zum Donnerstag zu mehreren Verletzten und Sachschäden infolge des Herbststurmes.