Stuttgart Studie: Kliniken müssen handeln

Stuttgart / WIE 24.03.2016
Als "bedrohlich" stuft die Unternehmungsberatung Roland Berger die wirtschaftliche Situation baden-württembergischer Krankenhäuser ein.

Eine am Donnerstag veröffentlichte Studie zeigt, dass im Jahr 2014 von den 30 größten regionalen Klinikverbünden schon zwei Drittel defizitär waren. Auffallend ist, dass 17 davon in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft sind.

Das trifft auch auf die fünf Kliniken zu, die mit 106 Millionen Euro den Löwenanteil an dem Rekorddefizit von insgesamt 125 Millionen Euro haben: das Uni-Klinikum Mannheim, die Rems-Murr-Kliniken, das Klinikum Stuttgart, der Klinikverbund Südwest sowie die Kreiskliniken Reutlingen. Einen, wenn auch kleinen Überschuss erwirtschafteten unter anderem die Uni-Klinika Ulm, Freiburg und Tübingen, die ebenfalls öffentlich-rechtliche Oberschwabenklinik und das freigemeinnützige Robert- Bosch-Krankenhaus Stuttgart.

Neben der Notwendigkeit von politischen Maßnahmen sieht die Studie auch "Handlungsdruck" auf Seiten der Krankenhäuser: "Unsere Erfahrung aus zahlreichen Projekten zeigt, dass Krankenhäuser jedweder Trägerschaft bei enger Zusammenarbeit aller Beteiligten durchaus in der Lage sind, nachhaltig wirtschaftlich zu arbeiten." Das werde aber nur gelingen, wenn die Bettenauslastung von durchschnittlich 77 Prozent auf mindestens 80 Prozent steige. Gefordert wird auch eine weitere Optimierung der Krankenhausorganisation.

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