Politik Strobl kritisiert Spekulationen über „Deutschlandkoalition“

Thomas Strobl auf dem Parteitag in Wiesloch.
Thomas Strobl auf dem Parteitag in Wiesloch. © Foto: Uwe Anspach/dpa
Wiesloch / Roland Muschel 05.05.2018
CDU-Landeschef Thomas Strobl kritisiert die Spekulationen über eine „Deutschlandkoalition“ auf dem CDU-Landesparteitag in Wiesloch scharf.

Baden-Württembergs CDU-Landeschef und Vize-Regierungschef Thomas Strobl hat allen Spekulationen über eine Ablösung der grün-schwarzen Koalition mitten in der Legislaturperiode durch ein Bündnis von CDU, SPD und FDP eine klare Absage erteilt. „So viel Schnaps gibt’s gar nicht, dass Du Dir den Verstand so wegsaufen kannst“, rief Strobl am Samstagnachmittag den Delegierten eines CDU-Landesparteitags im nordbadischen Wiesloch zu. Seine Ausführungen garnierte Strobl mit scharfer Kritik an den Teilen seiner Partei, die nach den jüngsten Turbulenzen das grün-schwarze Bündnis in Frage stellen würden. „Ich staune, wie einige wenige dabei sind, es für die gesamte Partei zu vergeigen“, sagte Strobl, der insinuierte, dass die Spekulationen über einen Sturz des grünen Regierungschefs Winfried Kretschmann wesentlich aus den Reihen der CDU befeuert worden seien. „Warum reden Teile der Partei den Erfolg schlecht?“ Er rufe „den Wenigen in Teilen der Partei“ zu, dass damit fortan Schluss ein müsse. „Hört auf mit diesen Spielchen!“, forderte Strobl in scharfem Ton. Und: „Reißt Euch am Riemen!“

Die CDU Baden-Württemberg präsentiere sich derzeit als zerstrittene Partei. Aber eine solche Partei wähle „keine Socke“. Ohne Geschlossenheit sei mit Blick auf die Landtagswahl 2021 alles nichts. „Wir haben alle Chancen. Aber wir haben auch alle Chancen, es zu vergeigen.“

Strobl gilt selbst als angeschlagen, weil er im Streit um die im Koalitionsvertrag mit den Grünen vereinbarte Reform des Landtagswahlrechts die Blockade der eigenen CDU-Landtagsfraktion akzeptieren musste. Die Grünen nutzten die Gelegenheit, um sich als die vertragstreuere und verlässlichere Partei darzustellen. „Ich würde mir wünschen, dass wir uns in puncto Vertragstreue von niemandem übertreffen lassen. Das sind unsere Werte“, spielte Strobl den Ball an die Fraktion weiter. Mit seiner kämpferischen Rede konnte der CDU-Landeschef bei den Delegierten punkten. Seinen Stand in der CDU-Landtagsfraktion dürfte er mit seinen Aussagen indes nicht verbessert haben.