Hooligans Streit um die Wirkung der „Stadionallianz“

Stuttgart / Axel Habermehl 24.08.2018

Gewalt im Fußball ist, wie der Fußball selbst, ein saisonales Thema. Als Innenminister Thomas Strobl (CDU) vor gut einem Jahr Beteiligte aus dem Fußballgeschäft einlud, herrschte gerade eine Art Konjunktur. Kurz zuvor hatten Dresdner Hooligans in Karlsruhe uniformiert in Tarnkleidung und teils maskiert das Stadion gestürmt, dabei geprügelt, Imbissstände geplündert und Feuerwerk gezündet. Auch ein marodierender Mob Karlsruher beim Auswärtsspiel in Stuttgart war noch nicht vergessen.

Strobl verkündete damals, man wolle solcher Ausschreitungen in Baden-Württemberg künftig durch engere Zusammenarbeit von Polizei, Klubs und Kommunen begegnen. „Stadionallianzen“ aus Vertretern aller Beteiligter vor Ort sollten Spiele vorbereiten und gemeinsam Maßnahmen beraten: von deeskalierenden Ansprachen über zusätzliche Ordner bis zu robusten Polizeieinsätzen.

Gestern zogen Strobl und Vertreter von Polizei und Profifußballvereinen Bilanz. Statistisch hatte man eine erfreuliche Bilanz aus den ersten fünf Ligen vorzulegen: Im Vergleich zur Vorsaison verzeichnet sie Rückgänge bei Polizeieinsätzen, -personal, staatlichen Kosten, Strafanzeigen und verletzten Menschen. Jedoch begünstigten Auf- und Abstiege den Stadien-Frieden, da verfeindete Klubs seltener aufeinandertrafen.

„Ich kann unsere Stadionallianzen Stand heute als Erfolgsmodell bezeichnen“, sagte Strobl. Man sei auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. Vertreter der Deutschen Fußballliga DFL, des VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim gaben ihm Recht. Dagegen kritisierte die SPD die Statistik, weil ein gewaltreiches Relegationsspiel in Mannheim als „Sonderspiel“ nicht berücksichtigt wurde.

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