Bauen mit Holz Streit um den Rohstoff aus dem Wald

Christoph Jost: Formel eins im Holzbau.
Christoph Jost: Formel eins im Holzbau. © Foto: Foto: Pro Holz BW
Ostfildern / Alfred Wiedemann 14.02.2019

„Der Holzbau nimmt an Fahrt auf“, sagt Christoph Jost. Logisch, dass das den Geschäftsführer von „Pro Holz“ in Ostfildern freut. Die GmbH wirbt für mehr Holzverwendung. Ein Rohstoff, der nachwächst, sagt Jost. Der Energieaufwand sei geringer, heimisches Holz habe es auch nicht weit. Mit den „fortschrittlichsten Bauvorschriften“ habe die grün-schwarze Landesregierung zum Holz-Aufschwung beigetragen, sagt Jost. So erlaubt die Landesbauordnung inzwischen mehr Einsatz vom Holz beim Bau.

Der Industrieverband Steine und Erden,  Vertretung der Baustoffbranche, sieht den Einsatz für den Baustoff Holz kritisch. Das sei eine Bevorzugung. Kies, Sand, Kalk oder Ton für Mauersteine und Beton seien auch natürliche Rohstoffe, regional gut verteilt und „praktisch unbegrenzt verfügbar“, so der Verband. Nadelhölzer, die im Holzbau gebraucht werden, seien dagegen hierzulande eine knappe Ressource – und bei Importholz sei die Transportbilanz schlecht. Minuspunkte gebe es bei Lebensdauer und Aufwand in Brand- und Schallschutz. Außerdem seien Häuser in Holzrahmenbauweise eine Mogelpackung – voller Dämmstoffe, Folien und Gipskartonplatten.

„Man kann alles schönrechnen oder schlechtrechnen“, sagt Christoph Jost von „Pro Holz“ dazu. Ja, es gebe die Holzrahmenbauweise mit weniger Holz, es gebe aber auch den Brettsperrholzbau mit mehr Holz.  Klar würde man irgendwann Probleme bekommen mit dem Nachschub aus dem heimischen Wald, wenn nur noch Gebäude in Massivholzbauweise hochgezogen würde. Aber das sei für die nächsten Jahre kein Thema.

Man solle keinen der Werkstoffe verteufeln, „keiner löst alle Probleme allein.“ Und Bevorzugung des Baustoffes Holz? „Es geht um Gleichstellung. Das Land baut Hemmnisse für Holzbauer ab“, sagt Jost. Seine Überzeugung: Die beiden Hochhaus-Projekte bringen den Holzbau weiter voran, „das ist die Formel eins im Holzbau“. Wichtiger sei aber, dass im drei-, vier-, fünfgeschossigen Wohnbau mehr Holz verwendet werde. Am allerwichtigsten aber: „Dass so schnell wie möglich genug Wohnraum geschaffen wird“, sagt Thomas Beißwenger vom Industrieverband Steine und Erden.

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