Für eine wehrhafte Demokratie ist es aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zentral, dass die AfD keine direkte oder indirekte Regierungsmacht erhält.  „Die Absicht war immer, ein Anwachsen der AfD zu verhindern. Auf gar keinen Fall darf sie irgendwo Einfluss auf das Regierungshandeln bekommen“, sagte er der SÜDWEST PRESSE.

Stuttgart

Als „schlichtweg fatal“, bezeichnete Kretschmann die Ereignisse in Thüringen, wo sich der FDP-Politiker Thomas Kemmerich auch mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ: „Ich erwarte, dass sich die demokratischen Kräfte zusammenraufen, um weiteren Schaden von der Demokratie abzuwenden.“

Ministerpräsident fürchtet Auswirkungen auf den Südwesten

Kretschmann fürchtet, dass die Ereignisse in Thüringen auch der Südwest-AfD nutzen. „Diese Sorge habe ich. Der Anschein von Bürgerlichkeit ist das Trojanische Pferd der AfD. Sie will sich vom rechten Rand in Richtung Mitte der Gesellschaft einschleichen, indem sie ihre wahren Ziele verschleiert.“

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Insofern sei Thüringen auch für Baden-Württemberg von Bedeutung, wo die AfD bei der Landtagswahl 2016 auf 15,1 Prozent kam. Die Grünen müssten sich auch um die AfD-Wähler bemühen, „die keine überzeugten Rechten sind“. Ein Patentrezept habe niemand.  „Es bringt jedenfalls nichts, wenn wir uns immer nur empören und durch die eigenen Echokammern bestätigen lassen.“