Freiburg Strafvereitelung im Amt: Urteil erst 2016

Freiburg / DPA 05.12.2015
Im Prozess gegen einen Staatsanwalt wegen Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt vor dem Landgericht Freiburg wird es in diesem Jahr kein Urteil mehr geben.

Wegen weiterer Beweisanträge dauere die Verhandlung länger als geplant und werde über den Jahreswechsel hinaus fortgeführt, sagte am Freitag ein Sprecher des Gerichts. Wann im neuen Jahr ein Urteil gesprochen werde, sei noch unklar.

Ursprünglich sollten an diesem Montag die Plädoyers gehalten werden. Das Urteil wurde für den kommenden Donnerstag erwartet. Der Prozess hatte Mitte November begonnen.

Zum Auftakt hatte der 55-jährige Jurist zugegeben, Ermittlungsverfahren liegen gelassen zu haben. Als Grund nannte er Überforderung. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Karlsruhe waren es sieben Ermittlungsverfahren etwa wegen Betrugs, versuchten Totschlags, Körperverletzung und sexuellen Missbrauchs in der Zeit zwischen 2005 und 2012.

Dass die Fälle unbearbeitet blieben, war im Jahr 2012 aufgeflogen. Als die Verfahren daraufhin wieder aufgenommen wurden, waren einige schon verjährt. Bei anderen führte die lange Verzögerung zu milderen Urteilen.

Seit dem Jahr 2012 ist der Jurist bei vollen Bezügen nicht mehr im Dienst. Ein Disziplinarverfahren gegen ihn ruht bis zum Ende des Strafprozesses.

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