Land am Rand Störche statt Mäuse

Reute / Nadine Vogt 21.07.2018

Achtung Spoiler. Aber diese Geschichte hat einfach kein Happy-End. Egal, wie man sie versucht zu deichseln oder dreht. Ende Juni kam es zum Drama, sieben Störche wurden in einem Gehege in Reute bei Freiburg tot aufgefunden. Tierschützer schalteten sich ein, schnell war der Täter gefunden. Ein Uhu.  Der Fall warf Fragen auf. Denn eigentlich ist sein Beuteschema ein ganz anderes. Auf seinem Speiseplan stehen kleine Tiere: Mäuse, Hasen, Tauben. Der Uhu ist zwar Fleischfresser, vegetarisch kommt ihm nicht auf den Teller – aber metergroße Störche? Und eigentlich wirkt das Federvieh doch ganz flauschig, kauzig. Sein wissenschaftlicher Name „Bubo bubo“ ist ganz niedlich. Uhus, die zur Familie der Eulen gehören, sind nicht mit negativem konnotiert, wie Krähen oder Geier. Sie sind keine Tiere, die Kindern Angst bereiten, keine Bösewicht-Figuren. Und werden spätestens nach J.K. Rowlings Bestsellern als loyale Beschützer gesehen. Denn seien wir mal ehrlich, fast jeder hätte sich eine Hedwig gewünscht. Eine weiße Schneeeule, die Harry Potter stets treu zur Seite stand. Und schließlich einen tragischen Tod starb.

Das ist wiederum die Parallele zum echten Uhu aus Reute. Die Polizei hat mitgeteilt, dass er eingeschläfert werden musste. Denn der Grund für den Angriff auf die Störche steht nun fest: Der Uhu war beinahe blind, er litt an einer seltenen Augenkrankheit. In der freien Wildbahn hätte er keine Überlebenschance gehabt. Er griff die Störche an, weil sie groß und damit gut erkennbar für ihn gewesen sind. Also, Störche statt Mäuse.

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