Land am Rand Stockacher Narrengericht: Angst vor Strobls Trollinger

Geliebt und gefürchtet: Trollinger-Trauben.
Geliebt und gefürchtet: Trollinger-Trauben. © Foto: Martin Kalb
Stockach / Petra Walheim 22.06.2018

Welche Reaktionen löst bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, das Wort „Trollinger“ aus? Zieht es Ihnen alles zusammen oder gar die Socken aus? Oder – ganz im Gegenteil – weckt der Name des typischen Württemberger Weins in Ihnen das Bedürfnis, gemütlich ein bodenständiges Viertele zu schlürfen?

Wie dem auch sei: Dem Stockacher Narrengericht ließ die Ankündigung des Beklagten Thomas Strobl, seine Schuld in Trollinger zu bezahlen, das Blut in den Adern gefrieren. Innenminister Strobl war am Schmotzigen Donnerstag Beklagter vor dem Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken und wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Sechs Eimer Wein muss er bezahlen, ausnahmsweise nur kleine Eimer mit je 41 Litern Fassungsvermögen statt der üblichen 60 Liter. Zu groß war die Furcht der Narren, Strobl könnte tatsächlich mit 360 Litern Trollinger anrücken.

Doch die Gefahr ist gebannt. Bei der Übergabe heute im gräflichen Anwesen auf dem Stockacher Hausberg Nellenburg kann davon ausgegangen werden, dass die Gläser nicht mit dem berüchtigten Rotwein gefüllt werden. Denn um ganz sicher zu gehen, haben die Narren Hotelier Meinrad Schmiederer vom 5-Sterne-Luxushotel Dollenberg im Schwarzwald als Weinberater bestellt. Er sollte die Sorte aussuchen. Welche er gewählt hat, ist nicht bekannt.

Ist es wider Erwarten doch Trollinger, oder sogar Trollinger mit Lemberger oder umgekehrt, dann darf man gespannt sein, welche Strafe Schmiederer ereilt.

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