Mit einer Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim gehen Steinmetzfirmen gegen eine neue Friedhofssatzung der Stadt Kehl (Ortenaukreis) vor. Die umstrittene Regelung sieht vor, dass kein Stein aufgestellt werden darf, der mit"ausbeuterischer Kinderarbeit" produziert worden ist. Die Firmen müssten den entsprechenden Nachweis über die gesamte Wertschöpfungskette führen.

"Das können wir gar nicht leisten", erklärte der Innungsobermeister im Ortenaukreis, Egon Meffle, am Freitag auf Nachfrage."Wir sind alle gegen Kinderarbeit - aber das ist zu viel." Nach Ansicht von Meffle bedeutet eine solche Vorgabe faktisch ein Verbot von Steinimporten."Die gesamte Wertschöpfungskette - das reicht vom Steinbruch in Indien über den Hersteller der Schneidemaschinen bis zum Bronzebergwerk in Südamerika für Bronzeelemente." Handwerksbetriebe hätten gar nicht die Möglichkeit, all das zu dokumentieren."Da ist die große Politik gefordert." Zudem hält Meffle den Vorwurf der Kinderarbeit für unbegründet.

"Ich war schon mehrfach bei meinen Lieferanten in Indien und habe dort nie ein Kind an einem Grabstein arbeiten sehen." Die schweren Steine würden dort mit Maschinen hergestellt. Die Stadt sieht der Klage gelassen entgegen. Die Steinmetze hätten bereits einen ähnlichen Prozess vor dem bayerischen Verwaltungsgerichtshof verloren.