Weihnachtsmärkte Sicherheitskräfte soll Weihnachtsmärkte schützen

Einsatz für eine offene und freie Innenstadt: uniformierte Polizisten, hier in Stuttgart.  Foto: dpa
Einsatz für eine offene und freie Innenstadt: uniformierte Polizisten, hier in Stuttgart. Foto: dpa © Foto: Foto: dpa
lsw 22.11.2016

Flackerndes Kerzenlicht, Duft von Glühwein und Bratwurst, aber auch Gedränge und anonyme Menschenmengen: Die Veranstalter von Weihnachtsmärkten in den großen Städten Baden-Württembergs reagieren auf die Angst vor Anschlägen mit großer Präsenz von Sicherheitskräften. Sie sehen aber wie die Polizei kein höheres Risiko als im vergangenen Jahr. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben.

Stuttgart Europas größter Weihnachtsmarkt in Stuttgart erwartet nach Veranstalterangaben bis zu vier Millionen Besucher. Wie schon vor einem Jahr direkt nach den Terroranschlägen gibt es weder Zugangskontrollen noch ein Rucksackverbot. „Es ist eine offene und freie Innenstadt“, sagt Andreas Kroll, der Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart. Polizei und Ordnungsdienst seien im Einsatz, Videokameras nicht. Man wolle aber auch, dass die Besucher ein sicheres Gefühl haben. Taschenkontrollen gebe es nur zu der Eröffnungsfeier im Innenhof des Alten Schlosses.

Karlsruhe Auch Karlsruhe arbeite mit dem Sicherheitskonzept von 2015, hieß es seitens der Stadt. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst zeigten verstärkte Präsenz in Uniform und Zivil; außerdem werde eine Sicherheitsfirma für die Nachtwache beauftragt. Die abstrakte Gefährdungslage sei nicht höher als im vergangenen Jahr, sagte ein Polizeisprecher.

Mannheim Der Weihnachtsmarkt in Mannheim hat sich auch in diesem Jahr mit Hilfe von Polizei und Sicherheitsdienst für Zwischenfälle gerüstet. „Wir arbeiten so sorgfältig wie immer“, teilten die Organisatoren mit, „und stehen in engem Kontakt mit den Behörden“.

Heidelberg Die Veranstalter des Heidelberger Weihnachtsmarktes ergänzten die übliche Polizeipräsenz ebenfalls mit rund 80 privat engagierten Sicherheitsleuten, sagte der Geschäftsführer von Heidelberg Marketing, Mathias Schiemer. „Wir halten insgesamt die Augen offen.“ Die Zahl der Weihnachtsmarktbesucher wird nach Einschätzung mehrerer Veranstalter wahrscheinlich unverändert bleiben, sagte eine Sprecherin der Mannheimer Weihnachtsmarkt GmbH. Das habe die Erfahrung mit anderen Veranstaltungen im vergangenen Jahr gezeigt.

Freiburg Auch für den Freiburger Weihnachtsmarkt gebe es keine aktuelle Bedrohungslage, sagte der Chef der Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH, Bernd Dallmann, der den Markt auf dem Rathausplatz veranstaltet. Ziel sei, Gefahren vorzubeugen. Im Einsatz ist dabei auch die Polizei, mit Beamten in Uniform und Zivil.

„Überall, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, gibt es ein Risiko“, sagte die Polizeisprecherin Laura Riske. Ein Schwerpunkt sei die Bekämpfung von Kriminalität. So ist die Zahl der Taschendiebe beim Weihnachtsmarkt seit Jahren hoch. Die Polizei ruft daher Besucher auf, vorsichtig zu sein.

Ulm Ein Sprecher der Ulmer Polizei sprach von einer nach wie vor hohen abstrakten Gefährdung. „Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt allen größeren Veranstaltungen.“ Die Ulmer Polizei habe bereits vergangenes Jahr verstärkte Präsenz auf dem Münsterplatz gezeigt, auch dieses Jahr will sie mit Streifen und Uniform und in bürgerlicher Kleidung zwischen Glühwein und Feuerwurst unterwegs sein.

Auch private Sicherheitsdienste seien dort unterwegs. „Wir wissen, dass Menschen vorsichtiger geworden sind und solche Veranstaltungen meiden“, sagte der Polizeisprecher. „Aber es wäre der falsche Weg, sich unterkriegen zu lassen. Wir müssen lernen, damit umzugehen.“