Ravensburg Spürhund soll Drogen im Knast erschnüffeln

Sieht dringenden Handlungsbedarf: Justizminister Rainer Stickelberger (SPD).
Sieht dringenden Handlungsbedarf: Justizminister Rainer Stickelberger (SPD). © Foto: dpa
DPA 23.01.2016
Nach einem schweren Vorfall im Ravensburger Gefängnis will das Land die Kontrollen auf "Legal Highs" verstärken. Dabei hilft ein Drogenspürhund.

Der Tod einer Frau durch eine gerauchte Kräutermischung und die Erkrankung von Häftlingen in Ravensburg haben die Behörden aufgeschreckt. Im Gefängnis von Ravensburg kommt neuerdings Rauschgiftspürhündin Xenia zum Einsatz, um Drogenschmuggel zu verhindern, wie ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag in Stuttgart mitteilte. Das Tier werde bei der Kontrolle von Besuchern und Zellen eingesetzt. In dem Gefängnis waren am Sonntag sechs Insassen unter anderem durch Wutanfälle und Krämpfe aufgefallen, nachdem sie eine Kräutermischung geraucht hatten. Vier von ihnen seien kurzfristig in einem Krankenhaus behandelt worden, sagte ein Sprecher.

Ob ein Zusammenhang mit dem Tod einer 48-Jährigen in Biberach an der Riß zuvor bestehe, werde von der zuständigen Staatsanwaltschaft geprüft. Die Frau hatte gleichfalls eine Kräutermischung geraucht.

Zuerst müssten die Ergebnisse der chemisch-toxikologischen Untersuchungen abgewartet werden, um sie dann vergleichen zu können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ravensburg. Die Kräutermischungen werden unter dem Oberbegriff "Legal Highs" geführt.

Als "Legal Highs" bezeichnet man etwa als Kräutermischungen oder Badesalze getarnte Drogen, die Experten wegen der unberechenbaren Wirkung als sehr gefährlich einschätzen. Diese vermeintlich harmlosen und synthetisch hergestellten Stoffe, die oft in bunten Tütchen daherkommen, fallen meist nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Auch in Rheinland-Pfalz war ein 25-Jähriger im vergangenen Jahr wegen des Konsums einer Kräutermischung gestorben. Landesjustizminister Rainer Stickelberger (SPD) sagte: "Die aktuellen Ereignisse in Biberach und Ravensburg zeigen: Beim Kampf gegen Legal Highs besteht dringender Handlungsbedarf." Ein entsprechendes Gesetz sei im Bund auf den Weg gebracht worden.