Kommentar Roland Muschel zum Zweikampf um SPD-Landesspitze SPD: Mehr Grüppchen als Prozente

Roland Muschel, Landeskorrespondent in Stuttgart.
Roland Muschel, Landeskorrespondent in Stuttgart. © Foto: SWP
Stuttgart / Roland Muschel 08.10.2018

Nach der historischen Schlappe bei der Landtagswahl 2016 hat die  strukturkonservative Südwest-SPD der Parteilinken Leni Breymaier den Landesvorsitz anvertraut. Breymaier versprach frischen Wind und Talkshow-Tauglichkeit. Zuschreibungen, für die an der Wahrnehmungsschwelle kratzenden Genossen empfänglich waren. Zwei Jahre später kann Breymaier ein paar gute TV-Auftritte vorweisen, die SPD aber steckt weiter im Umfragetief. Die Frage ist nun, ob das an der Person, an Politikansatz und Tonlage der Vorsitzenden liegt. Oder ob die Probleme der Volkspartei a.D. tiefer greifen.

Mit Lars Castellucci verspricht einer den nächsten Neuanfang, der als kluger Kopf, aber nicht gerade als Mann fürs Festzelt gilt. In den Parteigremien dürfte er eine Mehrheit hinter sich haben. Wie die Masse der Mitglieder im Land entscheiden wird, kann indes niemand seriös vorhersagen. Wie auch immer die Wahl ausgeht: Die SPD wäre gut beraten, sich eher früher als später über Inhalte zu profilieren. Eine Partei, die bald mehr Grüppchen als Prozente vorweisen kann, mag Unterhaltungswert haben. Erfolge erzielt sie damit nicht.

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