Energie Solarpanels für die grüne Wiese: Angst vor Flächenfraß

Stuttgart / Andreas Clasen 22.08.2017
Im Südwesten sollen viele Solarparks entstehen. Bauern haben Bedenken.

Die Landwirte kritisieren Grün-Schwarz. Der Grund: Die Landesregierung will verstärkt neue Solarparks in der Fläche auf Acker- und Grünflächen fördern. Dabei handelt es sich um „benachteiligte Gebiete“ auf Acker- und Grünflächen, also Gebiete, die nur unter schwierigen Bedingungen gewinnbringend landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Im Südwesten gibt es davon rund 900.000 Hektar.

Bauern sind gegen Neuregelung

Der Landesbauernverband Baden-Württemberg ist gegen diese Solarflächen-Neuregelung, sagt  Gebhard Aierstock, Vorsitzender des Bauernverbands Reutlingen. Die Bauern befürchteten, dass sie fruchtbaren Boden verlieren, weil Energieunternehmen höhere Pacht zahlen können. Darunter würde auch der Naturschutz leiden. Das Umweltministerium widerspricht und weist etwa darauf hin, dass pro Jahr nur 200 Hektar zugebaut werden dürften. Von einem Flächenfraß könne keine Rede sein.

Johannes Enssle, Vorsitzender des Naturschutzbundes im Südwesten, würde es zwar auch gerne sehen, wenn zuerst alle Dächer Solaranlagen hätten, bevor offene Fläche beansprucht wird, aber der Ausbau sei ja moderat und dem Land auch bei der Förderung durch das Erneuerbare Energiegesetz des Bundes die Hände gebunden. Er hält in Bezug auf den Flächenverbrauch die vielen Biogas-Anlagen für ein größeres Problem.