Heidelberg Sieben Monate unschuldig im Gefängnis

Heidelberg / WIL 27.04.2013

Rund sieben Monate saß er unschuldig in Untersuchungshaft, weil ihn eine Frau zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Jetzt hat das Heidelberger Landgericht den 35-Jährigen freigesprochen. "Es war ein einvernehmlicher Geschlechtsverkehr", sagte der Vorsitzende Michael Waldmann und übte Kritik an Ermittlern. Es bezeichnete es als skandalös, dass die Polizei die entlastende Aussage eines Zeugen "nicht weiter verfolgt" habe." Das Gericht sprach dem Serben Haftentschädigung zu. Der Vorsitzende wünschte dem Autoelektriker, dass er "beruflich wieder auf die Füße kommt."

Der Zeuge hatte einige Wochen nach der Festnahme des Angeklagten bei der Polizei in Wiesloch angerufen. Am Telefon sagte er, die Frau habe ihm erzählt, dass der Sex einvernehmlich gewesen wäre. Bei der Polizei erinnert man sich aber nicht an den Anruf. Vor Gericht wiederholte der Zeuge seine Aussage. Dies führte zur Freilassung des Angeklagten. Anwältin Andrea Combé, die auch Wettermoderator Jörg Kachelmann verteidigte, sprach von einer "Ermittlungspanne". Sie hätte sich auch einen solch eindeutigen Freispruch bei Kachelmann gewünscht, sagte sie nach dem Urteil.

Bei der Polizei hatte die Frau behauptet, der Angeklagte habe ihr einen Putzjob angeboten und sie im September 2012 in sein Büro in Leimen gelockt. Dort habe er sie vergewaltigt.

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