Betrug Schwere Vorwürfe gegen Priester

Mannheim / Wolfgang Risch 14.06.2018

Lange Zeit konnte der katholische Priester, damals Dekan in der Ortenau, seine dunklen Geschäfte betreiben, doch dann flog er auf, der Rechnungshof des Erzbistums Freiburg hatte Verdacht geschöpft. Auf rund eine Viertelmillion Euro wird der Schaden beziffert, den der Theologe angerichtet haben soll. Seit 12. Dezember sitzt er in Untersuchungshaft, jetzt hat die Mannheimer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Anklage erhoben. Die Vorwürfe lauten auf Betrug, Untreue und Urkundenfälschung.

Unter anderem soll der Priester vom 7. Januar 2013 bis zum 20. April 2017 der Caritas, für die er ehrenamtlich tätig war, 72 Rechnungen über insgesamt 195 500 Euro für angebliche IT-Leistungen geschickt haben. Er benutzte dafür die Briefköpfe zweier Firmen im Ausland und zeichnete die Beträge als „sachlich ordnungsgemäße Inrechnungstellung einer Fremdleistung“ ab, halten die Ermittler dem Mann vor, der für die Bearbeitung der Rechnungen gar nicht zuständig war. Die Gutgläubigkeit von Mitarbeitern des Caritasverbandes kam ihm entgegen. „Die Anklage geht davon aus, dass der Angeschuldigte 164 850 Euro letztlich selbst erhalten hat“, erklärt die Mannheimer Behörde.

Schon 2015 kam der erste Verdacht auf, Erzbischof Stephan Burger erstattete im November 2017 schließlich Anzeige. Davor hatte das Erzbistum den Priester seiner Aufgaben entbunden.

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