Land am Rand Schwalben gegen den Herbstblues

Um Mariä Geburt, um den 8.September, sind immer die Schwalben furt. Und die Sonne und die Wärme. Jetzt nur kein Herbststimmungstief!
Um Mariä Geburt, um den 8.September, sind immer die Schwalben furt. Und die Sonne und die Wärme. Jetzt nur kein Herbststimmungstief! © Foto: © NickVorobey.com - fotolia.com
Ulm / Alfred Wiedemann 09.10.2018

Der Sommer ist vorbei, da helfen noch ein paar schöne Sonnentage auch nichts mehr: Es wird morgens viel zu spät hell und abends viel zu schnell Nacht, man braucht wieder eine Jacke und friert im Nebel. Bei so viel Trübnis kann man verstehen, dass auch der Landesnaturschutzverband keinen Frohsinn verbreitet mit seiner neuesten  Pressemitteilung. Es geht um eine Tagung zum Thema Stadtnatur und Artenschutz, man trifft sich in Sindelfingen. „Die Schwalben ziehen fort – die Probleme bleiben hier“, titelt der Naturschutzverband.

Wer da noch keinen Herbstblues hat, muss ihn ja bekommen. Nichts ist mit Aus den Augen, aus dem Sinn, mit fröhlichem Überwintern im Süden. Schwalben machen die Fliege und lassen uns einen Sack voller Probleme hier? Da möchte man Bär sein oder wenigstens Igel, nicht mehr ansprechbar bis zum Frühling.

Aber es hilft nichts. Weil Rauch- und Mehlschwalben immer schlechtere Bedingungen vorfinden, weil Ställe und Hausfassaden immer cleaner und die Insekten immer weniger werden, sind die Vögel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sie brauchen Hilfe. Über den Winter was für die Vögel tun! Dafür werben die Naturschützer. Das geht in Ordnung. Arbeit macht warm, und wer schafft, braucht keine Sonne. Ran an die Häuser, Kunstnester anbringen. Und Lehmpfützen buddeln fürs Nistbaummaterial. Und Blumenwiesen anlegen, kein Rasen oder Schotter. So bleibt keine Zeit fürs Stimmungstief, ruckzuck ist wieder Frühjahr.

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