Schwäbisch Gmünd Schwäbisch Gmünd wartet auf Eröffnung des B-29-Tunnels

Umleitung in Schwäbisch Gmünd wegen vieler Baustellen: Schon der kleinste Unfall hat dramatische Folgen. Foto: Dirk Hülser
Umleitung in Schwäbisch Gmünd wegen vieler Baustellen: Schon der kleinste Unfall hat dramatische Folgen. Foto: Dirk Hülser
Schwäbisch Gmünd / DIRK HÜLSER 30.07.2013
Der Dauerstau ist das Gesprächsthema in Schwäbisch Gmünd. Seit Jahren wird die Stadt umgebaut, es gibt fast kein Durchkommen mehr. Ein Tunnel wird nicht fertig und die Gartenschau steht vor der Tür.

Ein Lastzug verkeilt sich in einer Gasse mit zwei Omnibussen. Was normalerweise keine große Sache wäre, hat vor wenigen Tagen in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) binnen kürzester Zeit für ein ausgewachsenes Verkehrschaos gesorgt. Fast bis ins zehn Kilometer entfernte Lorch stauten sich die Autos. Das ist in diesen Tagen nichts Ungewöhnliches. Gmünd ist eine einzige Baustelle, die enge Ledergasse die Umleitungsstrecke zur gesperrten B 29. Schon der kleinste Unfall hat dramatische Folgen. Kein Wunder, dass Einwohner, Pendler und Einzelhändler genervt sind.

Für die Baustellen in der ganzen Stadt gibt es mehrere Gründe. Da wird einmal der Umgehungstunnel der Bundesstraße gebaut, er ist 4,1 Kilometer lang und mit 280 Millionen Euro größte und teuerste Straßenbaustelle des Landes. Ursprünglich hätte das Bauwerk 120 Millionen Euro kosten sollen - und jetzt will es einfach nicht fertig werden. Mehrfach wurde der für 2012 anvisierte Eröffnungstermin verschoben, nun ist auch der Termin im September geplatzt, Ende November wird es wohl. Dann soll der Einhorn-Tunnel befahrbar sein - jener Tunnel, der nicht Bud-Spencer-Tunnel heißen durfte, obwohl bei einer Online-Abstimmung die Mehrheit diesen Namen wollte. Die umstrittenen Namensfindung sorgte 2011 bundesweit für Schlagzeilen.

Zudem rüstet sich die Stadt im Remstal für die Landesgartenschau 2014, die halbe Innenstadt wird umgebaut - insgesamt nimmt die Stadt 38 Millionen Euro in die Hand. Eigentlich hatten die Verantwortlichen gehofft, dass der Tunnel längst offen ist, dann hätte der restliche Stadtumbau relativ entspannt über die Bühne gehen können. Doch dem ist nun nicht so. Für OB Richard Arnold ist denn, was die Tunnelöffnung angeht, klar: "Jeder Tag früher wäre großartig." Er hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Baustellen - auch private - koordinieren soll, um wenigstens das allergrößte Chaos zu vermeiden.

Tunnel und Gartenschau sind nicht die einzigen Gmünder Baustellen. So ist an der zentralen Ledergasse das Einkaufszentrum "Remsgalerie" nahezu fertig, in das elf Geschäfte einziehen sollen, darunter bekannte Frequenzbringer. Gegenüber vom Bahnhof entstehen zwei Bürohäuser, in unmittelbarer Nachbarschaft wird zudem ein Vier-Sterne-Hotel gebaut, das allerdings bis zum Start der Gartenschau am 30. April 2014 nicht fertig sein wird.

Und dann noch der Bahnhof. Der wird derzeit von der Bahn mit Millionenaufwand saniert. Da fällt schon kaum noch ins Gewicht, dass ein Dutzend Brücken saniert oder neu gebaut wurden - eine zentrale Brücke wurde komplett gesperrt.

"Augen zu und durch" lautet unterdessen das Motto bei Gmünds Einzelhändlern. Christof Morawitz, der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins: "Es gibt keine andere Möglichkeit als die, es jetzt auszuhalten." Die Situation zehre an den Nerven und Kunden mieden mittlerweile die Innenstadt. "Aber langfristig wird alles zusammengenommen hoffentlich die Stadt voranbringen." So setzen Schwäbisch Gmünds knapp 60 000 Einwohner nun auf Ende November und die vorgesehen Tunneleröffnung. Morawitz: "Ich hoffe, dass es Wirklichkeit wird zum 30. November."