Stuttgart Schutzbund fordert Vorrang für Kinderrechte

Hand in Hand für bessere Kinderrechte? Baden-Württemberg kann da nach Ansicht des Kinderschutzbundes noch einiges besser machen. Foto: dpa
Hand in Hand für bessere Kinderrechte? Baden-Württemberg kann da nach Ansicht des Kinderschutzbundes noch einiges besser machen. Foto: dpa
JULIA GIERTZ, DPA 18.09.2013
Wird das von Grün-Rot ausgerufene "Jahr der Kinderrechte" 2014 seinem Namen gerecht werden? Der Kinderschutzbund hofft, dass die Rechtsposition von Kindern im kommenden Jahr deutlich gestärkt wird.

Baden-Württemberg darf nach Ansicht des Kinderschutzbundes nicht ein Schlusslicht bei den Kinderrechten bleiben. "24 Jahre nach der UN-Kinderrechtskonvention wird es Zeit, die Rechte der Kinder in die Landesverfassung aufzunehmen", sagte Landeschefin Iris Krämer anlässlich des Weltkindertages am Freitag. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen, sie bräuchten Förder- und Schutzrechte.

Die Wächterfunktion des Staates müsse gestärkt werden, so dass er bei Verletzung von Kinderrechten eingreifen könne. Zudem werde die Verantwortung der Eltern für das Wohl von Kindern verdeutlicht, sagte die 65-Jährige, die den Landesverband mit rund 7000 Mitgliedern seit drei Jahren leitet. Sie hoffe, dass die Landesregierung im kommenden Jahr, das sie zum "Jahr der Kinder- und Jugendrechte" ausruft, ihre Ankündigungen im Koalitionsvertrag verwirkliche.

Als weiteren Vorteil festgeschriebener Kinderrechte nannte die ehemalige Lehrerin, dass diese vor Gericht einklagbar seien. Bei Entscheidungen, die Kinder direkt betreffen bestehe mehr Druck, sie direkt nach ihren Wünschen zu fragen. Dies sei etwa beim Anschaffen von Spielgeräten in Kindergärten möglich. "Ich verspreche mir eine Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft für mehr Kinderfreundlichkeit", resümierte Krämer.

Während die Mehrheit der Bundesländer die Rechte von Kindern bereits in ihren Verfassungen verankert habe, hinke auch der Bund hinterher. Es gebe Länder wie Spanien, Österreich und Südafrika, die da weiter seien, betonte Krämer.

Vier Maximen fordert der Kinderschutzbund für die Landesverfassung ein. So soll jedes Kind das Recht auf Förderung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten erhalten. Der Staat soll die Kinderrechte achten, schützen und fördern, indem er die Eltern unterstützt. Jedes Kind habe entsprechend seines Alters und seiner Entwicklung das Recht auf Beteiligung in Dingen, die es betreffen. Der Staat solle das Kindeswohl bei Entscheidungen vorrangig beachten.