Landesfinanzen Schulden in Baden-Württemberg sinken um 13 Prozent

Dem Land und den Kommunen Baden-Württembergs geht es so gut wie lange nicht mehr.
Dem Land und den Kommunen Baden-Württembergs geht es so gut wie lange nicht mehr. © Foto: Jens Kalaene/dpa
Stuttgart / dpa/uso 02.08.2018
Sieben Milliarden Euro weniger Schulden verbucht der Südwesten innerhalb eines Jahres. Nur in Sachsen läuft es besser.

Die gute Konjunktur und sprudelnde Steuereinnahmen haben die Schulden der öffentliche Haushalte in Baden-Württemberg 2017 überraschend stark gedrückt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, war der Südwesten zum Jahresende mit 46,18 Milliarden Euro verschuldet. Das sind 13 Prozent weniger als im Jahr davor. Baden-Württemberg landet damit unter den Ländern auf dem zweiten Platz – nur Sachsen hat noch mehr Schulden abgebaut. Auf dem dritten Platz liegt mit einem Rückgang um 12,7 Prozent Bayern.

Einnahmen des Landes stiegen um zwei Milliarden Euro

Als Gründe nennen die Statistiker weniger den Spareifer der Finanzminister. Vor allem sind es die gute Konjunktur und damit steigende Steuereinnahmen, die den wirtschaftlich starken Bundesländern zugute kommen. In Baden-Württemberg etwa stiegen die Einnahmen allein des Landes – also ohne die Kommunen – im Jahresvergleich um zwei Milliarden Euro an. Auch die Ausgaben kletterten leicht. Für das Haushaltsjahr 2018 ist sogar ein deutlicher Anstieg der Ausgaben um rund fünf Prozent geplant.

Baden-Württemberg liegt beim Schuldenabbau deutlich über dem Durchschnitt der Bundesländer. Gemeinsam betrachtet verringerten sie ihre Schulden um 3,7 Prozent. Nur drei Länder – Hamburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt – mussten neue Kredite aufnehmen.

Der Bund steht weniger gut da

In die Statistik fließen nur Verbindlichkeiten ein, mit denen öffentliche Haushalte bei Banken oder privaten Unternehmen in der Kreide stehen. Geliehenes Geld etwa zwischen Bund und Ländern wird nicht mitgerechnet.

Weniger gut steht der Bund da: Hier sanken die Verbindlichkeiten trotz der sprudelnden Staatseinnahmen lediglich um 1,2 Prozent, was vor allem an den weiterhin steigenden Ausgaben liegt.

Die Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland bezifferte das Statistische Bundesamt zum 31. Dezember 2017 auf 23.797 Euro, in Baden-Württemberg waren es 4.202 Euro. Auch das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren.

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