Gewalt Schorndorf: Mehr Polizei nach Krawallen und Übergriffen

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Schorndorf / Kristina Betz 18.07.2017
Nach gewalttätigen Eskalationen auf einem Stadtfest in Schorndorf gestehen Polizei und Stadt, dass ihnen die Lage entglitten ist.

Nachdem es beim Stadtfest „Schorndorfer Woche“ am Wochenende zu zwei sexuellen Übergriffen durch Migranten sowie zu massiver Gewalt gegen Polizeibeamte kam, gestanden die Stadt Schorndorf und die Polizei gestern Fehler ein. Der Schlossplatz, auf dem eine Gruppe von etwa 1000 jungen Menschen feierte, sei zu spät geräumt worden. Bei den Jugendlichen handle es sich erfahrungsgemäß hauptsächlich um Schüler, sagte der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD). Bei der Einsatztaktik habe man sich auf die Erfahrungen aus den Vorjahren gestützt. Das Fest sei bislang immer friedlich verlaufen.

Den Inhalt einer Pressemitteilung von Sonntag, es habe sich beim Großteil der Gruppe um Migranten gehandelt, dementierten Stadt und Polizei nachträglich. „In der Anonymität der Gruppe ist es unmöglich zu sagen, wie viele Migrationshintergrund hatten“, so der Polizeipräsident in Aalen, Roland Eisele. Er sprach von einer Eskalation von Gewalt und Aggression, die nicht vorhersehbar gewesen sei. Nach den Vorfällen wurden Einsatzkräfte aus dem ganzen Land hinzugezogen und die Stärke der Beamten auf dem Fest, das am heutigen Dienstag endet, verdoppelt.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) veurteilte die Gewalt gegen die Polizei scharf. „Es gilt glasklar: Wir dulden solche Exzesse nicht, bei uns gibt es keine rechtsfreien Räume, wir haben null Toleranz bei Gewalt, bei sexuellen Übergriffen, bei Gewalt gegen die Polizei“, sagte er nach Angaben eines Ministeriumssprechers am Montag. Das gelte unabhängig von der Herkunft der Täter.

Auch bei einem Fest in Böblingen wurden sexuelle Übergriffe bekannt. Laut Polizei wurde eine Gruppe betrunkener afghanischer Asylbewerber am Samstagabend am Rande eines Festes aggressiv. Während die Polizei den Sachverhalt aufnahm, meldeten sich mehrere junge Frauen, die aus der Gruppe heraus unsittlich berührt und sexuell beleidigt wurden.

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