Land am Rand Schluss mit lustig!

Weniger lachen, mehr lernen – so sollte künftig die Devise an baden-württembergischen Schulen lauten.
Weniger lachen, mehr lernen – so sollte künftig die Devise an baden-württembergischen Schulen lauten. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Stuttgart / David Nau 15.06.2018

Ein hipper Referendar fragt in routinierter Günther-Jauch-Manier das Wissen seiner Schüler zu Goethes Faust ab. Es sind schockierende Szenen, die sich in deutschen Klassenzimmern abspielen: Lehrer, die ihren Schülern mit Spaß und Freude Wissen vermitteln wollen.

Damit muss endlich Schluss sein! Findet zumindest der „Verband Bildung und Erziehung“ (VBE). Die Lehrergewerkschaft fordert, die „Spaßkultur“ an deutschen Schulen müsse ein Ende haben, Lehrer dürften sich nicht länger zu Clowns machen und in die Rolle von Quizmastern oder Entertainern schlüpfen. Völlig richtig, kann man da nur sagen. Damit der Südwesten in Vergleichsstudien endlich wieder oben steht, muss die Devise künftig lauten: weniger lachen, mehr lernen.

Doch damit noch nicht genug. „Schulen müssen nicht jeden modischen Schnickschnack mitmachen“, stellt der VBE-Sprecher klar. Auch damit liegt der Mann natürlich vollkommen richtig. Diese ganzen digitalen Tafeln, Powerpoint-Präsentationen, Tablets und Bildungsplattformen lenken doch nur vom Wesentlichen ab. Außerdem weiß doch sowieso jedes Schulkind, dass sich dieses Internet ohnehin nicht durchsetzen wird.

Konsequent zu Ende gedacht, erklärt die Forderung des VBE auch endlich, warum so viele Schüler in Baden-Württemberg noch immer mit Atlanten aus den 1980er-Jahren arbeiten. Die weisen zwar noch die DDR und die Sowjetunion aus – aber Schule muss ja nicht jeden „modischen Schnickschnack“ mitmachen.

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