Die im Jahr 2002 EU-weit eingeführten Hochschulabschlüsse Bachelor und Master 2002 sind aus Sicht von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) eine "europäische Erfolgsgeschichte." Sie schlage sich nieder in einer kürzeren Studiendauer, der inzwischen sehr guten Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt und der hohen Mobilität der Studenten, teilte die Ministerin gestern mit.

Als Belege führte sie unter anderem an, dass sich die Zahl deutscher Studenten, die im Ausland eingeschrieben sind, von 1999 bis 2009 mit 115 000 nahezu verdoppelt habe. Etwa ein Drittel aller an deutschen Hochschulen Eingeschriebenen sammele Auslandserfahrung. Auch die Attraktivität deutscher Hochschulen habe zugenommen: 2011 überstieg die Zahl ausländischer Studenten zum ersten Mal 250 000.

Deutlich zurückgegangen ist die Studiendauer bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Die Hälfte der Bachelor-Studenten war 2010 nach 6,5 Semestern fertig.

54 Prozent der Absolventen an den Fachhochschulen und 77 Prozent an den Universitäten schlössen derzeit ein Masterstudium an, wobei 90 Prozent ihr Wunschfach an ihrer Wunschhochschule studieren könnten. Ein Vorteil der Bologna-Reform sei dabei, dass Studenten den Master entweder direkt, während oder nach gewonnener Praxiserfahrung machen könnten.

Die Zahl der Studienabbrecher habe sich an den Fachhochschulen, die die Abschlüsse zuerst eingeführt hatten, mit 19 Prozent 2010 mehr als halbiert. Insgesamt lag sie bei 28 Prozent der Studienanfänger 2006/07. Befragte Unternehmen äußerten sich mehrheitlich zufrieden mit den Leistungen der Bachelor-Studenten. Diese seien "in ihrer großen Mehrheit" mit ihrer beruflichen Situation zufrieden.