Karlsruhe Schäuble: Badische Verfassung begründet Ruf vom Musterländle

Das Abbild von Carl von Gottes Gnaden, Großherzog zu Baden, Herzog zu Zähringen, Landgraf zu Nellenburg. Foto: Uli Deck/Archiv
Das Abbild von Carl von Gottes Gnaden, Großherzog zu Baden, Herzog zu Zähringen, Landgraf zu Nellenburg. Foto: Uli Deck/Archiv © Foto: Uli Deck
Karlsruhe / DPA 18.08.2018

Wem verdankt Baden-Württemberg seinen Ruf als Musterländle? Den Schwaben oder den Badenern? Aus Sicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ist die Sache klar: den Badenern. Schließlich war die Badische Verfassung vom 22. August 1818 nicht nur eine der ersten Verfassungen Deutschlands, sie galt vielen auch als die modernste. „Sie begründete den verfassungspolitischen Modernisierungsvorsprung des deutschen Südwestens, von dem Historiker heute sprechen“, erklärte der aus dem badischen Gengenbach stammende CDU-Politiker im Vorfeld des 200. Jahrestags.

Von der Volkssouveränität, die uns heute selbstverständlich erscheine, sei man zwar auch in Baden damals noch weit entfernt gewesen. „Die Verfassung war trotzdem eine der modernsten, fortschrittlichsten und freiheitlichsten ihrer Zeit, ausgestattet mit einem eigenen Grundrechtekatalog.“ Das Besondere aus Sicht von Schäuble an der von Großherzog Karl zu Baden (1786-1818) erlassenen Verfassung: Die Bürger erhielten Mitspracherecht.

Die badische Vorreiterrolle unterstreicht aus Sicht des Bundestagspräsidenten auch der erste eigenständige Parlamentsbau in Deutschland, der 1822 mit dem Ständehaus in Karlsruhe eingeweiht wurde. Dass das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude - im Gegensatz zum Karlsruher Schloss - nicht wieder aufgebaut wurde, zeugt für Schäuble von einem Mangel an Sensibilität mit der eigenen Demokratiegeschichte. „Und es ist gut, dass wir ihn langsam überwinden.“

Verfassungstext im Internet

Originaltext im Gesetzesblatt

Schau

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel