Stuttgart S-21-Manager: Alle an einem Strang ziehen

Projektleiter Manfred Leger: Die Bahn stellt sich bei S 21 schlanker auf. Foto: dpa
Projektleiter Manfred Leger: Die Bahn stellt sich bei S 21 schlanker auf. Foto: dpa
Stuttgart / BETTINA WIESELMANN 06.09.2013
Die Bahn will das Projekt Stuttgart-Ulm inklusive Tiefbahnhof jetzt professionell managen. Der neue Chef erwartet, dass die Partner nachziehen.

Schlanker und schneller stellt sich die Bahn AG in Sachen Stuttgart 21 auf: Die Verantwortung ist seit dem 1. September in der neu gegründeten Projektgesellschaft für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm gebündelt, zu dem neben der Neubaustrecke auch der neue Bahnknoten Stuttgart 21 gehört. Ab sofort gibt es verkürzte Entscheidungswege und weniger Schnittstellen: Die Gesellschaft ist direkt dem Infrastrukturvorstand Volker Kefer unterstellt.

Chef der vierköpfigen Geschäftsführung in Stuttgart ist der Wirtschaftsingenieur Manfred Leger (59). Der aus London vom Infrastrukturkonzern Balfour Beatty nach Stuttgart gekommene Bayer gilt als profunder Experte mit Kenntnissen im Projektmanagement und im internationalen Eisenbahnwesen. Was nicht heißt, dass er derzeit nicht auch Neues lernt. Bei der Vorstellung gestern in Stuttgart sagte Leger, ohne regierende Grüne in Stadt und Land direkt zu erwähnen, er habe "auf der ganzen Welt noch kein Projekt erlebt, wo Partner nicht an der Einhaltung des Termins interessiert waren".

Am Mittwoch hatte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärt, "das letzte Wort über den Tiefbahnhof ist noch lange nicht gesprochen." So könne über einen kombinierten Kopf- und Tiefbahnhof immer noch bis zum Jahr 2026 befunden werden.

Leger klopfte den avisierten Termin für die Fertigstellung von Strecke und Tiefbahnhof nochmals auf "Ende 2021" fest und den "Maximumpreis" auf 9,2 Milliarden Euro, davon 6,526 Milliarden für den Bahnknoten Stuttgart. Termin wie Kosten seien "eine gigantische Herausforderung", aber er sei zuversichtlich, die Vorgaben halten zu können, sagte Leger. Was S 21 angehe, "haben wir 5,987 Milliarden Euro im Focus." Prämisse aber sei, "dass alle Partner an einem Strang ziehen." Gleichzeitig sagte er, "es wurden auf allen Seiten Fehler gemacht, auch bei uns." Wie auch der Sprecher des Gesamtprojekts, Wolfgang Dietrich, forderte Leger alle Bahnpartner (Land, Stuttgart, Ulm, Region und Flughafen) auf, dem Schritt der Bahn zu folgen und für schlanke Verfahren zu sorgen.

Stefan Penn, seit 2011 operativer Projektleiter, teilte mit, dass auf die geänderten Rahmenbedingungen für den Brandschutz nach "einem unglaublich konstruktiven Dialog" mit der Feuerwehr und anderen Behörden entsprechend reagiert wurde. Anfang 2014 bekäme das Eisenbahnbundesamt die neuen Unterlagen. Die Unterlagen für den Flughafenbahnhof würden vom Amt jetzt ans Regierungspräsidium Stuttgart gehen.

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