Geburtshilfe Runder Tisch zu Hebammenmangel - „Es ist fast schon zu spät“

Karlsruhe / lsw 17.10.2016
Der Hebammenmangel ist ein drängendes Problem. Das Sozialministerium will einen runden Tisch: Eine umfassende Versorgung rund um die Geburt und bessere Arbeitsbedingungen sind das Ziel. Das kostet.

Ein dramatischer Mangel an Hebammen im Land bringt die Geburtshilfe in Gefahr. Deshalb will das Sozialministerium nun einen runden Tisch ins Leben rufen. Spätestens im Januar sollten dazu alle betroffenen Akteure zusammengetrommelt werden, sagte Staatssekretärin Bärbl Mielich (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. „Ziel ist, ein Versorgungskonzept zu erarbeiten, damit Frauen vor und während der Geburt angemessen betreut werden können und auch die Nachsorge sichergestellt ist“, sagte sie. „Wir haben es sehr eilig.“

Hintergrund ist, dass immer mehr Hebammen aufgeben oder Frauen ihn gar nicht erst ergreifen. Sie klagen über die Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und zu viele Überstunden in unterbesetzten Geburtshilfestationen. Freiberuflerinnen können sich außerdem die hohen Haftpflichtprämien nicht mehr leisten. „Wir müssen diese Entwicklung stoppen“, sagte Mielich. In einigen Regionen seien Geburtshilfestationen unterbesetzt – etwa im Ballungsraum Stuttgart oder Rhein-Neckar-Region.

Die Neujustierung der Haftpflichtprämien sei zwar Bundessache. Man müsse aber auch auf Landesebene Wege finden, die Arbeitsbedingungen für Hebammen in den Krankenhäusern zu verbessern. Als Grundlage dafür sollten die vom deutschen Hebammenverband entwickelten Eckpunkte für gute Geburtshilfe genommen werden. Darin werden unter anderem mehr Hebammenstellen in den Krankenhäusern gefordert. dpa

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