Projekt Rottweiler entscheiden über den Bau einer Hängebrücke

So könnte die Brücke vom Turm in die Stadt aussehen.
So könnte die Brücke vom Turm in die Stadt aussehen. © Foto: dpa
Petra Walheim 18.03.2017

Die Hängebrücke über das Neckartal sei eine große Chance für Rottweil, den Tourismus weiter voran zu bringen. Das sagen Oberbürgermeister Ralf Broß, die Touristiker und all die anderen Befürworter. Die Gegner befürchten die Zerstörung einer „einzigartigen Parkanlage“, an der die Brücke andocken soll. Welches Lager die Mehrheit bekommt, das wird sich am Sonntag gegen 19 Uhr zeigen. Dann soll das Ergebnis des Bürgerentscheids feststehen.

20 000 Rottweiler sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben und zu entscheiden, ob eine 606 Meter lange Hängebrücke von der Rottweiler Altstadt über das Neckartal hin zum Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp gebaut werden soll. Günter Eberhardt, Geschäftsführer der Eberhardt Bewehrungsbau GmbH aus Hohentengen (Kreis Sigmaringen), hat der Stadt den Bau der Brücke angeboten. Er möchte dafür sechs Millionen Euro investieren.

Die Brücke soll die Besucher der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands auf dem Turm dazu verlocken, nach den Ausblicken auch noch die Stadt zu besichtigen und Geld hinein zu tragen. Der Turm steht im Gewerbegebiet „Berner Feld“, etwas außerhalb von Rottweil. Das Neckartal trennt Turm und Altstadt. Die Hängebrücke wäre die kürzeste Verbindung in die Stadt.

Die Brücke an sich ist nur wenig umstritten. Die Diskussionen entzünden sich an ihrem Verlauf. Geplant ist, sie an der Parkanlage „Bockshof“, direkt an der historischen Stadtmauer, andocken zu lassen. Die Anlage ist Teil der Rottweiler Altstadt, und die steht seit 1984 unter  Denkmalschutz. Deshalb haben das Landesdenkmalamt und die Bürgerinitiative „Rottweil OHNE Hängebrücke“ „erhebliche Bedenken“.

Sie bringe pro Jahr 200 000 Besucher mehr in die Stadt, argumentierte Oberbürgermeister Ralf Broß in einer Einwohnerversammlung. Das hat ein Tourismus-Gutachten ergeben. Das werde der Stadt gut tun, ihr aber keinesfalls schaden. Das Mehr an Gästen bringe dem Handel, der Gastronomie und der Hotellerie  neuen Aufschwung. Um den wachsenden Verkehr zu bewältigen, werde ein Parkleitsystem realisiert.