Bürgerentscheid Rottweil bekommt Hängebrücke

Rottweils OB Ralf Broß freut sich über die Zustimmung.
Rottweils OB Ralf Broß freut sich über die Zustimmung. © Foto: dpa
Petra Walheim 20.03.2017

Nun ist es endlich entschieden: Die Idee, eine Hängebrücke zwischen der Rottweiler Altstadt und dem Aufzugs-Testturm von ThyssenKrupp im Gewerbegebiet „Berner Feld“ zu bauen, wird Realität. 71,6 Prozent der Rottweiler, die gestern die Möglichkeit wahrnahmen, in einem Bürgerentscheid darüber abzustimmen, machten ihr Kreuzchen bei „Ja“. 28,4 Prozent stimmten mit „Nein“. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,4 Prozent.

Mit großer Erleichterung gab Oberbürgermeister Ralf Broß gestern Abend vor dem Alten Rathaus das Ergebnis bekannt. Monatelang hatte er für das Projekt gekämpft, weil er es als große Chance für Rottweil versteht, den Tourismus weiter anzukurbeln. Die Idee hinter der Brücke ist, die Besucher der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands, die sich auf dem Testturm befindet, über die schwankende Verbindung in die Stadt zu locken. Viele Rottweiler verfolgten die Auszählung „live“ vor dem Alten Rathaus. Als das Ergebnis feststand, brandete Applaus auf.  Viele teilen die Einschätzung, dass die Brücke für Rottweil eine Bereicherung sein kann.

Die Gegner des Projekts räumten die Niederlage ein. Die Bürgerinitiative „Rottweil OHNE Hängebrücke“ wird nach Aussage von Winfried Hecht das  Plan- und Genehmigungsverfahren aufmerksam verfolgen.

Wie OB Broß freut sich auch Günter Eberhardt, Geschäftsführer der Eberhardt Bewehrungsbau GmbH aus Hohentengen (Kreis Sigmaringen), über das Ergebnis. Er hat der Stadt den Bau der Brücke angeboten. Eberhardt war am Bau des Aufzug-Testturms beteiligt und ist so auf die Idee gekommen, eine direkte Verbindung über das Neckartal zu schaffen. Eberhardt will dafür sechs Millionen Euro investieren.

Ein Tourismus-Gutachten hat ergeben, dass über die Brücke pro Jahr 200 000 Besucher mehr in die Stadt kommen. Das kann ein Plus an Kaufkraft bedeuten, aber auch ein Mehr an Verkehr. Um diesen zu lenken, will die Stadt ein Parkleit-System einführen. Sie hat dafür bereits 3,4 Millionen Euro zurückgestellt. Baubeginn für die Brücke soll Anfang 2018 sein. Im Herbst 2018 soll sie fertig sein.