Rettungsdienst Rotes Kreuz stellt Forderungen ans Land

Retter im Einsatz: Das Rote Kreuz fordert bessere Arbeitsbedingungen.
Retter im Einsatz: Das Rote Kreuz fordert bessere Arbeitsbedingungen. © Foto: Patrick Seeger/dpa
Stuttgart / Melissa Seitz 08.05.2018
Personalmangel macht dem Roten Kreuz zu schaffen. Die Landesregierung soll in elf Punkten nachbessern, so die Forderung.

Krankenhäuser schließen,  Hausärzte werden vor allem auf dem Land zu Mangelware, und der Anspruch der Menschen an die medizinische Versorgung steigt. Zu spüren bekommt diese Entwicklung auch der Rettungsdienst in  Baden-Württemberg. Er steht vor Herausforderungen, für die schnell Lösungen her müssen.

Um der Entwicklung gerecht zu werden, haben der DRK-Landesverband Baden-Württemberg und der DRK-Landesverband Badisches Rotes Kreuz 2012 der Landesregierung ein Positionspapier überreicht. „Einige Forderungen wurden erfüllt“, sagt Lorenz Merz, Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg. Rettungswägen sind jetzt mit GPS ausgestattet,  seit 2014 gibt es das Berufsbild des Notfallsanitäters und die Wartezeit im Krankentransport wurde auf höchstens 60 Minuten  festgelegt.

Doch damit sei es nicht getan, sagt Merz. Darum legen die Retter der Landesregierung nun ein neues Positionspapier vor. Von 2014 auf 2017 seien die Einsätze um 28,1 Prozent gestiegen. Mehr Einsätze bedeuteten auch mehr Bedarf an Personal.  „Ich bin dankbar, dass sich 600 junge Leute zum Notfallsanitäter ausbilden lassen“, sagt Merz. Doch durch die dreijährige Ausbildung fehle im Moment ein kompletter Jahrgang und damit Einsatzkräfte.

Dass der Personalmangel ein großes Problem ist, wird auch in dem neuen Positionspapier der Verbände deutlich. Notfallsanitäter sollten schon bald mitarbeiten, fordert Merz. Im Moment sei aber nicht geregelt, was sie am Patient machen dürfen und was nicht. „Außerdem sollte es Ehrenamtlichen möglich sein, sich zum Notfallsanitäter ausbilden zu lassen“, sagt Birgit Wiloth-Sacherer, Landesgeschäftsführerin des DRK-Landesverbandes Baden. Merz weiß auch, dass der Beruf attraktiver gemacht werden muss. Das bedeutet beispielsweise weniger Überstunden und eine gute Renteneintrittsregelung.

Acht Millionen Anrufe jährlich erreichen die Leitstellen im Land. Auch wenn sich Anrufer nicht immer in Notlagen befinden, muss man sie beraten. „Wir sind zu einem Dienstleister geworden“, sagt Merz.  Deswegen solle der Mitarbeiter in der Leitstelle eine telefonische Reanimation anleiten dürfen oder dem Anrufer mitteilen können, wo sich Defibrillatoren befindet.

Ist der Rettungsdienst vor Ort, muss der Patient schnell ins Krankenhaus. Oft eine Zerreißprobe für die Sanitäter: „Sie müssen hin- und hertelefonieren, um eine Klinik zu finden, in der ein Bett frei ist“, sagt Birgit Witloth-Sacherer. Per Online-Programm könnten sie künftig sofort sehen, wo es noch Platz hat.

Elf Forderungen an die Landesregierung

Das DRK wünscht sich Leitstellen, die in Notlagen helfen. Ein Online-Programm soll einen Überblick über die Bettenbelegung geben. Der Rettungsdienst sollte mit Kliniken besser vernetzt sein. Für Krankentransporte fordern die Verbände tragbare Tarife. Notfallrettung und Krankentransport sollen als Einheit bestehen. Die Richtlinien für Ausbildungen,  Ehrenamtliche und Notfallsanitäter sollten gelockert werden. Die Verbände fordern zudem ein Fehlermeldesystem. sei