Auffahrunfall Reiseleiterin stirbt bei Busunglück

Trotz Vollbremsung und Ausweich-Manöver ist auf der A5 bei Ettlingen ein Reisebus aus Bayreuth auf einen Mülltransporter aufgefahren. Eine Frau wurde getötet.
Trotz Vollbremsung und Ausweich-Manöver ist auf der A5 bei Ettlingen ein Reisebus aus Bayreuth auf einen Mülltransporter aufgefahren. Eine Frau wurde getötet. © Foto: Uli Deck/dpa
Ettlingen / Petra Walheim 28.06.2018

Schreckliches Ende einer Urlaubsfahrt nach Frankreich: Auf der A5, kurz vor der Anschlussstelle Ettlingen (Kreis Karlsruhe), fuhr gestern Morgen  ein Reisebus aus Bayreuth auf einen Müll-Transporter auf. Die 30-jährige Reiseleiterin, die neben dem Busfahrer saß, hatte keine Chance und starb noch an der Unfallstelle. Eine 71-Jährige, die direkt hinter ihr saß, wurde eingeklemmt und schwer verletzt.

Ebenfalls mit schweren Verletzungen wurde der Mann, der neben ihr saß, aus dem Bus geborgen und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Insgesamt waren 28 Fahrgäste an Bord, überwiegend ältere Menschen, die gegen 1.30 Uhr von Bayreuth aus zu einem Kurzurlaub nach Frankreich aufgebrochen waren.

Die Tour dauerte nur fünf Stunden. Nach Angaben der Polizei geriet der Verkehr auf der A5 in Richtung Süden gegen 6.25 Uhr, kurz vor der Anschlussstelle Ettlingen, ins Stocken. Es wird vermutet, dass eine Dauerbaustelle einige hundert Meter weiter die Ursache war. Dort wird seit Mitte Juni die Fahrbahn wegen Belagsarbeiten von drei auf zwei Spuren verengt.

Ein Sattelschlepper, der auf der rechten Fahrspur unterwegs war, verringerte daraufhin seine Geschwindigkeit. Auch der Müll-Transporter hinter ihm drückte auf die Bremse. Der 62-jährige Busfahrer hinter dem Müllwagen realisierte das Bremsmanöver vor ihm nach Ermittlungen der Polizei zu spät und fuhr „aus Unachtsamkeit“ in das Heck des Müllwagens.

Der Busfahrer soll nach Angaben der Polizei noch versucht haben, eine Vollbremsung hinzulegen und auf die mittlere Spur zu wechseln. Trotzdem rammte er mit der rechten Busseite das linke Heck des Müll-Transporters und schob diesen auf den Sattelzug. Der Aufprall muss so heftig gewesen sein, dass die 30-jährige Reiseleiterin, die rechts neben dem Fahrer saß, tödlich verletzt wurde. Der Fahrer des Müllwagens und sein Beifahrer wurden leicht verletzt. Die Leichtverletzten aus dem Bus wurden in ein Krankenhaus gefahren, dort versorgt und betreut.

Die Autobahn wurde ab der Anschlussstelle Karlsruhe-Mitte voll gesperrt. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Über eine wegen der Baustelle gesperrte Ausfahrt konnten die Rettungskräfte als „Geisterfahrer“ schnell zur Unfallstelle gelangen. Helfer, die später anfuhren, hatten wie die Abschleppwagen schon größere Probleme, weil wieder etliche Autofahrer nicht in der Lage waren, eine Rettungsgasse zu bilden.

Rettungsgasse zugefahren

Direkt nach dem Unfall kontrollierte die Verkehrspolizei Karlsruhe mit einem Videofahrzeug das Verhalten der Autofahrer auf der A5 und der A8 rund um das Autobahnkreuz Karlsruhe. Dabei  musste sie feststellen, dass in dem etliche Kilometer langen Rückstau 120 Autofahrer die Rettungsgasse zugefahren hatten. „Sie müssen mit einer Anzeige rechnen“, sagt Polizeisprecher Raphael Fiedler.

Gaffer seien bei diesem Unfall nicht das Problem gewesen, sagt der Sprecher. Der Verkehr in Richtung Norden sei flüssig an der Unfallstelle vorbei gerollt. Seit die Baustelle eingerichtet ist, bilden sich davor regelmäßig lange Staus. Die Autofahrer werden mit Stauwarn-Anlagen auf die Baustelle hingewiesen. Rund 170 000 Fahrzeuge passieren täglich die Stelle.

Regel für die Bildung einer Rettungsgasse

Nach einem  schweren Verkehrsunfall zählt für die Rettung der Verletzten jede Minute. Das ist vielen Autofahrern nicht bewusst, weshalb sie nicht darauf achten, eine Rettungsgasse zu bilden, damit Notärzte und Feuerwehr schnell an den Unfallort gelangen können.

Außerhalb von Ortschaften gilt: Hat die Straße drei Spuren, wird die Rettungsgasse zwischen der linken und der Spur direkt rechts daneben gebildet. Ausweichen muss man nach rechts oder links. Sind zwei Spuren vorhanden, führt die Gasse durch die Mitte. Wer die Rettungsgasse blockiert, muss mit einem Bußgeld von mindestens 200 Euro, Punkten und Fahrverbot rechnen. ots

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