Land am Rand Radelspass durch Wind und Wetter

Radeln im Herbst, Qual der Vergnügen? Da gehen die Meinungen geringfügig auseinander.
Radeln im Herbst, Qual der Vergnügen? Da gehen die Meinungen geringfügig auseinander. © Foto: Swen Pförtner/dpa
Ulm / Alfred Wiedemann 10.11.2018

Mit allen Mitteln wird einem der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad schmackhaft gemacht. Als ob ein Dach über dem Kopf auf dem Weg zur Arbeit nichts wert wäre. Wo der alltägliche Stau doch erst auf einem überdachten Sitzplatz samt Musik- und Klimanlage erträglich wird.

Nein, gerade jetzt, wo es so langsam auf den Winter zugeht, packen die Radelpropagandisten jedes Argument aus, um einem die Pendlertour in der Blechbüchse zu vergällen. Das Landratsamt Bodenseekreis zum Beispiel erklärt per Pressemitteilung: „Im Herbst mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Besser nicht, es könnte ja regnen“, sagt das bequeme Ich.“ Richtig, bis hierher.

Weiter im Text: Gerade im Herbst solle man das Rad nehmen, denn statistisch sei die Jahreszeit eher regenarm. Für die wenigen nassen Tage gilt: Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Danke auch für den Hinweis, dass für lange Wege auf dem Rad eher solche Kleidung gewählt werden sollte, die längere Zeit kein Nass durchlässt. Also: Regenjacke und Regenhose. Für die kurze Strecke tue es der billige Poncho. Licht an, Helm auf, rät das Landratsamt außerdem noch.  Und Tempo anpassen, nicht zu schnell wegen glitschiger Blätter auf dem Weg.

So richtig Lust macht aber erst der Hinweis, dass es jetzt beim Radeln auch nicht mehr so heiß sei „wie im Sommer“. Ganz toll! Gerade gewöhnt man sich an kalte Finger und verdrängt langsam, wie schön es monatelang war, dann kommt so eine Radlwerbung daher. Dann lieber Auto.

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