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Stuttgart 21
Stuttgart / FABIAN ZIEHE  Uhr
Der Tiefbahnhof von Stuttgart 21 ist mit dem Bau eines neuen Querbahnsteigs ein Stück näher gerückt. Am Montag stellte die Bahn den Zustand vor, den der Stuttgarter Kopfbahnhof bis zur geplanten Eröffnung des Tiefbahnhofs haben soll. Die Reisenden erwarten längere Wege.
"Stabile Verhältnisse", das ist in Kürze das Versprechen, das der Leiter des Regionalbereichs Südwest der DB Station und Service, Sven Hantel, versprach. Seit Mai mussten sich Bahnreisende von, nach und über den Stuttgarter Hauptbahnhof mit diversen baulichen Veränderungen arrangieren. Nun ist fast alles fertig für das Projekt Tiefbahnhofbau für Stuttgart 21 bei laufendem Bahnbetrieb mit 240.000 Reisenden täglich.
 
Größte Neuerung ist der provisorische neue Querbahnsteig. Von Gleis zu Gleis kommt man nun auf einer Querung, die 120 Meter nach vorne ins Gleisfeld und somit entfernt von der großen Halle im Bonatzbau gerückt ist. Zwischendrin soll eine etwa 15 Meter Tiefe Grube entstehen: Der Trog für den neuen Tiefbahnhof. Statt der Bauzäune sollen dann Geländer Reisende und Baustelle trennen, der Blick geht dann hinunter in ein Loch wo heute noch die Dachkonstruktion steht. "Das ist ja auch ein Event", sagt Hantel.
 
Derzeit verbinden vier Wege Bonatzbau und Querbahnsteig, in ein paar Monaten sollen es zwei zehn Meter Breite Brücken sein. Um nicht auch die Hungrigen und gelangweilt Wartenden über diese Stege zu schicken, sollen am Querbahnsteig vier Stationen mit Imbissen und Zeitungskiosken entstehen. Die Fundamente auf den Zwischenbahnsteigen sind schon zu sehen.
 
Richtung Planetarium im Schlossgarten und weiter Richtung Staatsgalerie im Süden des Bahnhofs soll eine Brücke den Zugang zu den Zügen eröffnen. Dort soll dann auch eine Interimsfiliale der Bahnhofsmission entstehen. Auch für das Nordende des Querbahnsteiges ist eine kleine Brücke hinüber zum LBBW-Gebäude geplant. Darunter sollen im Schnitt 230 Lastwagen Täglich den Grubenaushub wegfahren - auf einer Bahneigenen Straße entlang von Gleis 1.
 
"Wir haben sehr darauf geachtet, dass die Arbeiten mit den Behindertenverbänden abgesprochen sind", versichert Hantel. Bislang war der Bahnhof nur über einen Steg an der Nordseite barrierefrei erreichbar. Nun sind neben den direkten Zugang im Norden zum Querbahnsteig sowie dem wieder geöffneten Nordportal zwei weitere rollstuhlgerechte Zugänge verfügbar.
 
Überhaupt ist der Platz vor dem Nordportal neu gestaltet: Unter ihm liegt die nun fast fertige Technikzentrale, von der aus etwa der Strom für den Schienen und S-Bahn-Verkehr kommen soll. Mitte nächstes Jahr soll der Platz darüber als Parkplatz wieder nutzbar sein. Schon jetzt kommen Rettungsfahrzeuge über das Portal wieder direkt an die Bahnhofshalle heran.