Entführung Prozess um Entführung von Milliardärssohn beginnt am 11. September

Gießen / dpa/hgf 01.09.2018

Der mutmaßliche Entführer des Milliardärssohns Würth steht bald vor Gericht. Der Prozess soll am 11. September vor dem Landgericht Gießen beginnen, wie ein Justizsprecher mitteilte. Zwölf Prozesstage sind bis Dezember geplant.

Der Mann soll den behinderten Sohn des Künzelsauer Unternehmers Reinhold Würth im Juni 2015 im osthessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Nach einer gescheiterten Übergabe wurde das Opfer einen Tag später in einem Wald bei Würzburg unversehrt gefunden –  an einen Baum gekettet.

Ein Telefonmitschnitt hatte bei der Suche nach dem Kidnapper eine wichtige Rolle gespielt. Sprachexperten ordneten die Aufnahme dem Angeklagten zu.  Der Anrufer sei ein Mann zwischen 40 und 52 Jahren, der aus dem Grenzgebiet zwischen Serbien und Montenegro stammen müsse und vermutlich im Rhein-Main-Gebiet Deutsch gelernt hat, so die Spezialisten des Bundeskriminalamts und der Uni Marburg.

Der 48-jährige Serbe war dann überraschend im März gefasst worden. Eine Zeugin wollte den Mann auf einem Phantombild und auch seine Stimme erkannt haben. Bis dahin hatte gut 1000 Tage lang der entschei­dende Hinweis auf den Täter gefehlt.

Drei Millionen Euro waren als Lösegeld von den Eltern gefordert worden. Zu einer Übergabe kam es aber nicht. Im vergangenen Jahr soll es noch einen Erpressungsversuch gegeben haben.  Dabei soll der 48-Jährige gedroht haben, erneut den Würth-Sohn  oder ein anderes Familienmitglied zu entführen.

Bei einem Schuldspruch sieht das Strafgesetzbuch bei erpresserischem Menschenraub eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren vor.

Sollte der Tatverdächtige überführt werden, steht der Hinweisgeberin eine Belohnung von 30 000 Euro zu.

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