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Die Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen, Malgorzata Gersdorf (66), hat für ihren Einsatz für die Demokratie den diesjährigen Preis der Theodor-Heuss-Stiftung erhalten. Die Juristin habe Standhaftigkeit, Mut, Klarsicht und Zivilcourage bewiesen, teilte die Stiftung zur Preisverleihung am Samstag in Stuttgart mit. Sie sei damit ein Vorbild. Als oberste Richterin Polens verteidige sie Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Minderheitenschutz, Fairness in der öffentlichen Auseinandersetzung und die Freiheit der Medien. Dies seien Grundpfeiler der Demokratie.

Die Richterin, seit 2014 Präsidentin des Obersten Gerichts, hatte sich im vergangenen Jahr mit Erfolg einer per Gesetz erzwungenen vorzeitigen Pensionierung widersetzt. Aus ihrer Sicht verstieß eine entsprechende Justizreform gegen die Verfassung. Die Juristin stellte sich damit offen gegen die nationalkonservative Regierung Polens.

„Frau Gersdorf hat sich mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit dieser Entwicklung in Polen entgegengestellt“, sagte die Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Gesine Schwan, zur Preisverleihung. Sie schütze damit die Demokratie.

Die nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss benannte Auszeichnung wird seit 1965 vergeben. Sie soll nach Angaben der Preisstifter „bürgerschaftliches Engagement würdigen und stärken“ sowie „Demokratie als Lebensform sichtbar machen“. Im vergangenen Jahr erhielt die Autorin und Juristin Yvonne Hofstetter den Preis.

Webseite der Stiftung