Land am Rand Plädoyer fürs Durchzählen

Pannen-Klassiker beim Trip in den Freizeitpark Tripsdrill: Eine Gruppe vergaß zwei mitreisende Kinder bei der Rückfahrt.
Pannen-Klassiker beim Trip in den Freizeitpark Tripsdrill: Eine Gruppe vergaß zwei mitreisende Kinder bei der Rückfahrt. © Foto: Silas Stein/dpa
Cleebronn / Fabian Ziehe 09.08.2018

Der Zählappell hat spätestens seit dem Ende der Wehrpflicht an Relevanz eingebüßt. Statt Sternlein am Himmel oder Schafe zu zählen, gibt es die Einschlaf-Hilfe per Youtube. Statt auf Heller und Pfennig abzurechnen, zücken wir die EC-Karte – und bald wohl nur noch das Smartphone. Wenn, dann zählten wir heute rückwärts – den Countdown für Astro-Alex, die Tage bis zum Start der Bundesliga, den Konsum-Slogan „3–2–1–...“ .

Dabei sollte man die Tugend des (gewissenhaften!) Durchzählens nicht in Vergessenheit geraten lassen. Das zeigt aktuell ein Fall aus dem Freizeitpark Tripsdrill bei Cleebronn: Bei der Fahrt zurück von einem Trip mit dem Ferienprogramm der Enzkreis-Gemeinde Kämpfelbach hatte ein kurzfristiger Passagierwechsel zwischen den Bussen Folgen. So übersah man beim Zählen, dass zwei Kinder fehlten. Sie wurden später von ihren Eltern abgeholt.

Fehlendes Durchzählen ist übrigens ein Klassiker der Polizeimeldung. 2013 etwa ließ im Hessischen ein Mann seine frisch Angetraute am Rastplatz zurück. Im April bemerkte ein Vater erst am Brenner, dass seine zwei Töchter fehlten. Im Mai hat es ein polnischer Spediteur geschafft, eine Diesellok auf einem Tieflader zu vergessen.

Kein Wunder, dass Zähl-Pannen cineastische Weihen erfahren haben. Etwa in „Kevin – Allein zu Haus“. Oder in „Brot und Tulpen“: In diesem Film muss erst eine Ehefrau am Rastplatz vergessen werden, damit sie ihre Bestimmung und Liebe findet (nämlich: Bruno Ganz!). Es kommt manchmal also auch auf das falsche Zählen im rechten Moment an.

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